Impingement-Syndrom

Auch: Engpasssyndrom der Schulter, Subakromiales Impingement, Schulterengpasssyndrom

Das Impingement-Syndrom der Schulter ist ein Engpass unter dem Schulterdach, bei dem Sehnen der Rotatorenmanschette oder der Schleimbeutel bei bestimmten Armbewegungen eingeengt werden und Schmerzen auftreten können.

Impingement heißt übersetzt Einklemmung. In der Physiotherapie meint der Begriff meist das subakromiale Impingement der Schulter. Zwischen Oberarmkopf und Schulterdach liegt ein schmaler Raum, durch den Sehnen der Rotatorenmanschette verlaufen und in dem sich ein Schleimbeutel befindet. Wird dieser Raum bei Armbewegungen funktionell oder strukturell zu eng, spricht man von einem Engpasssyndrom. Der Begriff beschreibt damit eher einen Mechanismus als eine einheitliche Erkrankung.

Einordnung und Verordnungsrahmen

Unterschieden wird ein strukturelles Impingement, etwa durch knöcherne Veränderungen am Schulterdach, von einem funktionellen Impingement, bei dem Haltung, Muskelsteuerung und die Bewegung des Schulterblatts im Vordergrund stehen. Welche Form vorliegt, klärt die ärztliche Diagnostik, gegebenenfalls mit Bildgebung.

Für die Verordnung ordnet der Heilmittelkatalog das Krankheitsbild der Diagnosegruppe EX zu, die unter anderem Periarthropathien und Tendopathien nennt. Das Impingement-Syndrom der Schulter ist außerdem in der ICD-Liste des Vertrags über die Blankoverordnung in der Physiotherapie nach § 125a SGB V aufgeführt (Stand September 2026). Liegt eine solche Verordnung vor, wählt die Therapeutin oder der Therapeut das Heilmittel im Rahmen des Katalogs selbst aus.

Bedeutung für Ausbildung und Praxis

Das Schultergelenk ist ein Schwerpunkt in Anatomie und Bewegungslehre, weil seine Beweglichkeit auf dem Zusammenspiel mehrerer Gelenke beruht. Das Krankheitsbild selbst gehört zur Speziellen Krankheitslehre im Teilgebiet Orthopädie/Traumatologie; Überkopfsportarten verbinden es mit der Sportmedizin, die in der Stundentafel der PhysTh-APrV ein eigenes Teilgebiet ist.

In der Befunderhebung prüfen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten Beweglichkeit, Kraft und Bewegungsmuster von Schulter und Schulterblatt; eine muskuläre Dysbalance wird dabei mitbetrachtet. Die Behandlung zielt darauf ab, die Belastbarkeit der betroffenen Strukturen schrittweise aufzubauen und die Bewegungssteuerung zu schulen. Nach einer operativen Erweiterung des Raums unter dem Schulterdach richtet sich die Nachbehandlung nach dem Schema der operierenden Klinik. Typische Arbeitsfelder sind orthopädische Praxen und die Betreuung von Sportarten mit viel Überkopfarbeit wie Schwimmen, Handball oder Volleyball, außerdem die Arbeitsmedizin bei Berufen mit Tätigkeiten über Schulterhöhe.

Abgrenzung

Vom Impingement der Schulter ist das femoroazetabuläre Impingement der Hüfte zu trennen, das denselben Begriff für einen Engpass am Hüftgelenk nutzt. An der Schulter selbst grenzt die Diagnostik das Engpasssyndrom gegen Risse der Rotatorenmanschette, Kalkeinlagerungen in Sehnen und die Frozen Shoulder ab. Für die Therapieplanung ist das bedeutsam, weil sich Belastbarkeit und Ziele deutlich unterscheiden.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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