Wer sich für eine Physiotherapie-Ausbildung interessiert, hat meist dieselben Fragen: Wie lange dauert sie, was kostet sie, gibt es eine Vergütung, und wie läuft die Prüfung ab? Hier stehen die Antworten in Kurzform. Jede Antwort führt zu einem eigenen Beitrag mit Details, Rechtsgrundlage und Stand. Schulen und Hochschulen nach Bundesland finden Sie im Verzeichnis der Physiotherapieschulen, Fachbegriffe erklärt das Glossar.
Dauer und Ablauf
Wie lange dauert die Physiotherapie-Ausbildung?
Die Physiotherapie-Ausbildung dauert nach § 9 MPhG drei Jahre mit mindestens 2.900 Stunden Unterricht und 1.600 Stunden praktischer Ausbildung. Kürzer wird sie auf Antrag vor allem für Masseurinnen und Masseure oder durch Anrechnung einer anderen Ausbildung. Länger kann sie werden, wenn Fehlzeiten die gesetzliche Grenze überschreiten oder ein praktischer Prüfungsteil wiederholt werden muss. Zur ausführlichen Antwort
Wie läuft die Physiotherapie-Ausbildung ab?
Drei Jahre lang wechseln Unterricht an der Schule und Einsätze am Patienten in Kliniken und anderen Einrichtungen. Am Ende stehen die Teilnahmebescheinigung der Schule, die Zulassung und die staatliche Prüfung mit schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil. Wie Unterricht und Einsätze über die Jahre verteilt werden, schreibt die Verordnung nicht vor; das entscheidet die Schule. Zur ausführlichen Antwort
Welche Fächer hat man in der Physiotherapie-Ausbildung?
Die Fächer legt Anlage 1 der PhysTh-APrV bundesweit fest: 20 Fächer von Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre über Bewegungs- und Trainingslehre bis zu Krankengymnastik, Massage, Elektro- und Hydrotherapie und der methodischen Anwendung in den medizinischen Fachgebieten. Zusammen sind es mindestens 2.900 Stunden Unterricht. Im Examen wird nur ein Teil davon als eigenes Fach geprüft. Zur ausführlichen Antwort
Wie viel Praxis steckt in der Physiotherapie-Ausbildung?
Von den mindestens 4.500 Ausbildungsstunden entfallen 1.600 auf die praktische Ausbildung am Patienten. Sie findet in Krankenhäusern und anderen geeigneten medizinischen Einrichtungen statt, verteilt auf vorgegebene Fachgebiete wie Chirurgie, Innere Medizin, Orthopädie und Neurologie. Dazu kommt praktischer Unterricht an der Schule, der zu den 2.900 Unterrichtsstunden zählt. Zur ausführlichen Antwort
Wann beginnt die Physiotherapie-Ausbildung?
Einen gesetzlichen Starttermin gibt es nicht, jede Schule legt ihren Beginn selbst fest. Unter den 71 Schulprofilen auf physiotherapie.net mit Monatsangabe nennen 65 einen Start im September oder Oktober, 13 Schulen beginnen zweimal oder öfter im Jahr (Stand September 2026). Bewerbungsfristen enden teils mehrere Monate vor dem Start. Zur ausführlichen Antwort
Wie viele Fehlzeiten sind in der Physiotherapie-Ausbildung erlaubt?
Ferien zählen nach § 11 MPhG ohnehin zur dreijährigen Ausbildung. Unterbrechungen durch Krankheit, Schwangerschaft oder andere nicht selbst zu vertretende Gründe werden bis zu zwölf Wochen insgesamt angerechnet, in der verkürzten Ausbildung bis zu vier Wochen je Ausbildungsjahr. Längere Fehlzeiten können auf Antrag angerechnet werden, wenn eine besondere Härte vorliegt und das Ausbildungsziel nicht gefährdet ist. Sonst fehlt Ausbildungszeit, und die Zulassung zur Prüfung kann sich verschieben. Zur ausführlichen Antwort
Prüfung
Wie läuft die Abschlussprüfung in der Physiotherapie ab?
Die Abschlussprüfung ist die staatliche Prüfung nach der PhysTh-APrV an der eigenen Schule. Sie hat einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil und beginnt frühestens zwei Monate vor dem Ende der Ausbildung. Bestanden ist sie, wenn jeder Teil bestanden ist. Nicht bestandene Klausuren, Fächer oder Fächergruppen dürfen einmal wiederholt werden. Zur ausführlichen Antwort
Was passiert, wenn man das Physiotherapie-Examen nicht besteht?
Wer das Examen nicht besteht, erhält vom Vorsitz des Prüfungsausschusses eine schriftliche Mitteilung mit den Noten. Wiederholt werden nur Klausuren, Fächer oder Fächergruppen mit mangelhaft oder ungenügend, und zwar einmal. Vor einer praktischen Wiederholung steht eine weitere Ausbildung von höchstens einem Jahr. Eine zweite Wiederholung sieht die PhysTh-APrV nicht vor. Zur ausführlichen Antwort
Wie beantragt man nach dem Physiotherapie-Examen die Berufserlaubnis?
Die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung gibt es nur auf Antrag bei der zuständigen Behörde des Landes, in dem die staatliche Prüfung bestanden wurde (§ 14 Abs. 1 MPhG). Verlangt werden Nachweise zu Zuverlässigkeit und gesundheitlicher Eignung, etwa ein Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde und eine ärztliche Bescheinigung. Bis die Urkunde vorliegt, dürfen sich Absolventinnen und Absolventen nicht Physiotherapeutin oder Physiotherapeut nennen. Zur ausführlichen Antwort
Voraussetzungen und Bewerbung
Welche Voraussetzungen braucht man für die Physiotherapie-Ausbildung?
Nach § 10 MPhG braucht es die gesundheitliche Eignung und einen Bildungsnachweis: den Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss, eine erweiterte zehnjährige Schulbildung oder einen Hauptschulabschluss mit mindestens zweijähriger Berufsausbildung. Abitur und Mindestalter verlangt das Gesetz nicht. Schulen können eigene Anforderungen stellen, etwa ein Praktikum, ein Attest oder ein Gespräch. Zur ausführlichen Antwort
Geht die Physiotherapie-Ausbildung mit Hauptschulabschluss?
Mit einem Hauptschulabschluss nach neun Schuljahren nicht direkt. Nach § 10 MPhG braucht es dazu eine danach abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren, gleich in welchem Fach. Wer eine zehnjährige Schulbildung abgeschlossen hat, die den Hauptschulabschluss erweitert, kann den Zugang schon haben. Andere Wege führen über den Beruf Masseur und medizinischer Bademeister oder einen nachgeholten mittleren Abschluss. Zur ausführlichen Antwort
Braucht man für die Physiotherapie-Ausbildung ein ärztliches Attest?
In der Regel ja. § 10 MPhG macht die gesundheitliche Eignung zur Bedingung für den Zugang, lässt die Form des Nachweises aber offen. Schulen verlangen dafür in der Regel ein ärztliches Attest oder Gesundheitszeugnis. Weitere Nachweise können Einsatzorte während der Ausbildung fordern, und vor der Berufserlaubnis prüft die Landesbehörde die gesundheitliche Eignung erneut. Zur ausführlichen Antwort
Wie bewerbe ich mich für die Physiotherapie-Ausbildung?
Die Bewerbung geht direkt an die Schule. Dazu gehören Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse, je nach Schule auch Attest, Praktikumsnachweis, Führungszeugnis oder Nachweis über Masernschutz. Je nach Schule folgen Vorstellungsgespräch oder Eignungstest. Fristen enden bei manchen Schulen Monate vor dem Start. Vor der Unterschrift gehört der Schulvertrag genau geprüft. Zur ausführlichen Antwort
Wie laufen Auswahlgespräch und Eignungstest für die Physiotherapie-Ausbildung ab?
Jede Schule regelt die Auswahl selbst, das Berufsgesetz schreibt kein Verfahren vor. Nach Sichtung der Unterlagen folgt meist ein Vorstellungs- oder Auswahlgespräch, bei einigen Schulen ein schriftlicher oder motorischer Eignungstest. Zählen können laut BERUFENET und Schulprofilen persönliche und soziale Kompetenz, Interesse an Medizin, praktische Erfahrung etwa aus einem Praktikum und die Schulnoten. Zur ausführlichen Antwort
Ist ein Vorpraktikum für die Physiotherapie-Ausbildung Pflicht?
Gesetzlich nicht: § 10 MPhG verlangt kein Praktikum. Pflicht wird ein Vorpraktikum erst, wenn die Schule es zur Bedingung macht. In den Schulprofilen auf physiotherapie.net verlangen neun Schulen eines, meist zwei bis sechs Wochen, 20 weitere empfehlen es (Stand Oktober 2026). Es zählt nicht zu den Stunden der praktischen Ausbildung. Zur ausführlichen Antwort
Welche Eigenschaften sollte man für die Physiotherapie-Ausbildung mitbringen?
Gefragt sind Interesse an Körper und Medizin, Freude am Umgang mit Menschen, Geduld beim Anleiten, Sorgfalt bei Befund und Dokumentation sowie körperliche Belastbarkeit. BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit nennt unter anderem Kommunikationsfähigkeit, Geschicklichkeit, Einfühlungsvermögen, psychische Stabilität und Verschwiegenheit. Ob der Alltag passt, lässt sich vor der Bewerbung in einem Praktikum ausprobieren. Zur ausführlichen Antwort
Kosten und Finanzierung
Bekommt man in der Physiotherapie-Ausbildung eine Vergütung?
Ein gesetzlicher Anspruch besteht nicht, das Masseur- und Physiotherapeutengesetz regelt keine Zahlung. Geld gibt es, wenn der Ausbildungsvertrag es vorsieht, vor allem an Schulen von Krankenhäusern mit Tarifbindung. Kommunale Kliniken zahlen nach dem TVAöD, mit Stand Mai 2026 zwischen 1.365,24 und 1.522,03 Euro brutto im Monat; Tarifbeträge ändern sich. Schulen ohne Klinikträger zahlen in der Regel nichts. Zur ausführlichen Antwort
Was kostet die Physiotherapie-Ausbildung?
Das hängt von der Schule ab: vom Träger, vom Bundesland und davon, ob die Schule an einem Förderprogramm teilnimmt. An vielen Schulen fällt kein Schulgeld an, an privaten Schulen ohne Förderung schon. Dazu kommen Nebenkosten wie Lernmittel, Berufskleidung und Fahrten. Finanzieren lässt sich die Ausbildung über Vergütung, Schüler-BAföG, Bildungsgutschein oder Kindergeld. Zur ausführlichen Antwort
In welchen Bundesländern ist die Physiotherapie-Ausbildung schulgeldfrei?
Bundesweit gibt es keine Schulgeldfreiheit. Stand September 2026 fördern zehn Länder die Schulen, damit sie auf Schulgeld verzichten, darunter Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Baden-Württemberg und Thüringen zahlen nur Zuschüsse, Sachsen-Anhalt hat keine Regelung. Die Förderung beantragt die Schule, die Teilnahme ist meist freiwillig; ob Schulgeld anfällt, klärt deshalb die Schule. Zur ausführlichen Antwort
Gibt es BAföG für die Physiotherapie-Ausbildung?
Ja. Die Physiotherapie-Ausbildung an einer Berufsfachschule ist nach § 2 BAföG förderfähig, auch wenn man bei den Eltern wohnt. Schülerinnen und Schüler erhalten einen Zuschuss, kein Darlehen. Der gesetzliche Bedarf beträgt mit Stand September 2026 276 Euro im Monat bei den Eltern und 666 Euro bei eigener Wohnung. Einkommen wird angerechnet; das Amt für Ausbildungsförderung entscheidet im Einzelfall. Zur ausführlichen Antwort
Welche Förderung gibt es für die Physiotherapie-Ausbildung außer BAföG?
Neben BAföG, Vergütung und Bildungsgutschein kommen Kindergeld, Waisenrente, der Bildungskredit des Bundes und für Eltern der Kinderzuschlag in Frage. Berufsausbildungsbeihilfe gibt es für diese Ausbildung nicht. Wohngeld entfällt, wenn alle im Haushalt dem Grunde nach BAföG bekommen könnten. Grundsicherungsgeld ist ergänzend möglich, wenn Schüler-BAföG bezogen oder beantragt ist oder nur wegen Einkommen oder Vermögen entfällt. Über jede Leistung entscheidet die zuständige Stelle. Zur ausführlichen Antwort
Kann man die Kosten der Physiotherapie-Ausbildung von der Steuer absetzen?
Teilweise. Ist die Physiotherapie-Ausbildung die erste Berufsausbildung und findet sie nicht in einem Dienstverhältnis statt, zählen die Kosten nur als Sonderausgaben bis zu einem Höchstbetrag; sie wirken nur bei eigenem Einkommen im selben Jahr. Nach einer abgeschlossenen Erstausbildung können sie Werbungskosten sein. Eltern können einen Teil des Schulgelds einer Schule in freier Trägerschaft als Sonderausgaben geltend machen. Die Einordnung trifft das Finanzamt; dieser Beitrag ist keine Steuerberatung. Zur ausführlichen Antwort
Darf man neben der Physiotherapie-Ausbildung jobben?
Ja, ein Nebenjob ist grundsätzlich erlaubt. Grenzen setzen der Schul- oder Ausbildungsvertrag, bei einem Ausbildungsvertrag das Arbeitszeitgesetz und Einkommensgrenzen: Minijob und BAföG-Anrechnung hängen an der Geringfügigkeitsgrenze, die Familienversicherung bei einem Minijob ebenfalls. Das Kindergeld bleibt in der ersten Ausbildung unabhängig von den Arbeitsstunden. Als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut auftreten darf erst, wer die Erlaubnis hat. Zur ausführlichen Antwort
Ausbildung oder Studium
Physiotherapie: Ausbildung oder Studium?
Ausbildung und Studium führen zur selben Berufserlaubnis, denn beide enden mit der staatlichen Prüfung. Die Berufsfachschule dauert drei Jahre und vergibt keinen akademischen Grad. Ein duales oder primärqualifizierendes Studium verbindet die Prüfung mit einem Bachelor, ein berufsbegleitendes Studium folgt erst nach der Ausbildung. Unterschiede gibt es bei Zugang, Lernort, Dauer und Kosten. Zur ausführlichen Antwort
Kann man Physiotherapie ohne Abitur studieren?
Ja. Die Fachhochschulreife reicht für Studiengänge an Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Ohne schulische Hochschulreife öffnet eine berufliche Qualifikation den Zugang: nach dem KMK-Beschluss von 2009 eine Aufstiegsfortbildung wie der Meister allgemein, eine mindestens zweijährige Berufsausbildung mit mindestens drei Jahren Berufspraxis in einem fachlich passenden Bereich und Eignungsprüfung oder Probestudium fachgebunden. Einzelheiten regelt jedes Land. Zur ausführlichen Antwort
Schulwahl
Wie finde ich die richtige Physiotherapieschule?
Am Anfang steht die staatliche Anerkennung, denn nur anerkannte Schulen führen zur staatlichen Prüfung. Danach lassen sich Schulen an denselben Fragen messen: Schulgeld oder Vergütung, Praxispartner für die Einsätze, Prüfungsvorbereitung, Studienkooperation und Ausbildungsbeginn. Adressen liefert das Verzeichnis nach Bundesland, Antworten liefern Informationstage und das persönliche Gespräch. Zur ausführlichen Antwort
Wie lässt sich prüfen, ob eine Schule für Physiotherapie staatlich anerkannt ist?
Staatlich anerkannt ist eine Schule, wenn die zuständige Landesbehörde sie als Ausbildungsstätte nach § 9 MPhG anerkannt hat. Nur dann endet die Ausbildung dort mit der staatlichen Prüfung. Prüfen lässt sich das über den Anerkennungsbescheid, den die Schule benennen kann, über amtliche Schullisten einzelner Länder und über eine Anfrage bei der Behörde. Auf den Träger kommt es dabei nicht an: Auch private Schulen können anerkannt sein. Zur ausführlichen Antwort
Physiotherapie-Ausbildung abbrechen oder die Schule wechseln: Was gilt?
Einen Schulwechsel regeln MPhG und PhysTh-APrV nicht ausdrücklich. Geprüft wird an der Schule, an der die Ausbildung endet; ob bisherige Zeiten zählen, klären neue Schule und Landesbehörde. Bei einem Abbruch richten sich Kündigung und Kosten nach dem Schul- oder Ausbildungsvertrag und einem anwendbaren Tarifvertrag. Wer Leistungen bezieht, meldet die Änderung dem BAföG-Amt, der Familienkasse oder dem jeweiligen Leistungsträger. Zur ausführlichen Antwort
Quereinstieg
Umschulung zum Physiotherapeuten: Wer zahlt?
Zahlen können die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter über einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III, bei gesundheitlichen Gründen die Renten- oder Unfallversicherung, manchmal ein Arbeitgeber. Voraussetzung sind eine Beratung vor Beginn und eine zugelassene Schule. Die volle Ausbildungsdauer von drei Jahren gilt nach § 180 Absatz 4 SGB III als angemessen. Über die Förderung entscheidet die jeweilige Stelle im Einzelfall. Zur ausführlichen Antwort
Physiotherapie-Ausbildung mit 30, 40 oder später: Geht das?
Ja. Das Masseur- und Physiotherapeutengesetz kennt weder ein Höchst- noch ein Mindestalter; § 10 MPhG verlangt die gesundheitliche Eignung und einen mittleren Schulabschluss oder einen Hauptschulabschluss mit einer danach abgeschlossenen, mindestens zweijährigen Berufsausbildung. Einzelne Schulen können eigene Aufnahmeregeln haben. Für Späteinsteigende zählen andere Fragen: ob sich Vorbildung anrechnen lässt, wie der Lebensunterhalt über drei Jahre gesichert ist und wie Unterricht, Praxiseinsätze und Familie zusammenpassen. Zur ausführlichen Antwort
Können Masseure die Physiotherapie-Ausbildung verkürzen?
Ja. Wer die staatliche Prüfung als Masseurin und medizinische Bademeisterin oder Masseur und medizinischer Bademeister bestanden hat, kann die Physiotherapie-Ausbildung auf Antrag auf 18 Monate verkürzen, nach mindestens fünf Jahren im Beruf auf zwölf Monate (§ 12 Abs. 1 MPhG). Über den Antrag entscheidet die Behörde des Landes, in dem die Ausbildung stattfindet. Am Ende steht eine Ergänzungsprüfung. Zur ausführlichen Antwort
Physiotherapie-Ausbildung mit Kind: Wie lässt sich das vereinbaren?
Mit Planung ist das möglich. Das Mutterschutzgesetz gilt auch für Schülerinnen. Die Schutzfristen können länger sein als die zwölf Wochen Fehlzeit, die § 11 MPhG auf die Ausbildung anrechnet; für längere Zeiten gibt es einen Härtefallantrag. Elternzeit gibt es nur mit Ausbildungsvertrag. Für die Kinderbetreuung kennen BAföG und Umschulungsförderung eigene Leistungen. Im Einzelfall entscheiden Schule, Landesbehörde und Leistungsträger. Zur ausführlichen Antwort
Nach der Ausbildung
Was verdient man nach der Physiotherapie-Ausbildung?
Das hängt vor allem von Arbeitgeber und Tarif ab. Im TVöD der Kommunen gilt für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit staatlicher Anerkennung Entgeltgruppe 7; ohne Berufserfahrung sind das 3.294,98 Euro brutto im Monat (Stufe 1, Stand Mai 2026). Laut Entgeltatlas liegt der Median für Vollzeitbeschäftigte unter 25 Jahren bei 3.216 Euro (Stichtag 31.12.2025). Beträge ändern sich. Zur ausführlichen Antwort
Wie sind die Jobaussichten in der Physiotherapie?
Amtliche Daten beschreiben die Lage, nicht die Zukunft. Die Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit stuft die Berufsgattung der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten als Engpassberuf ein, mit 2,8 von 3 Punkten. Gemeldete Stellen blieben im Median 168 Tage über den gewünschten Besetzungstermin hinaus offen (Stand Mai 2026). Selbstständige und Teilzeit bilden diese Zahlen nur teilweise ab. Zur ausführlichen Antwort
Welche Weiterbildung kommt nach der Physiotherapie-Ausbildung zuerst?
Das hängt von Arbeitsort und Zeitpunkt ab. Die Zertifikate für Gerätegestützte Krankengymnastik, Manuelle Lymphdrainage und Manuelle Therapie lassen sich mit der Berufserlaubnis beginnen. Für KG-ZNS nach Bobath, Vojta oder PNF verlangt der Vertrag nach § 125 SGB V vorher ein oder zwei Jahre Berufserfahrung (Stand Oktober 2026). Spezialisierungen ohne Kassenposition und ein Studium folgen eigenen Regeln. Zur ausführlichen Antwort
Physiotherapiepraxis gründen: Welche Schritte gelten nach dem Examen?
Gründen ist möglich, sobald die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung vorliegt; eine Mindestzeit an Berufserfahrung verlangt § 124 SGB V nicht. Wer gesetzlich Versicherte behandeln will, braucht eine Zulassung der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen, Räume nach dem Vertrag nach § 125 SGB V und ein Institutionskennzeichen. Hinzu kommen Meldungen an Berufsgenossenschaft und Finanzamt, bei Rentenversicherungspflicht auch an die Rentenversicherung (Stand Oktober 2026). Zur ausführlichen Antwort
Kann man mit der deutschen Physiotherapie-Ausbildung im EU-Ausland arbeiten?
Ja, für Staatsangehörige eines EU- oder EWR-Staats. In der EU, im EWR und über das Freizügigkeitsabkommen auch in der Schweiz gilt die Richtlinie 2005/36/EG; entscheiden muss die Behörde des Ziellandes. Weichen Ausbildungsinhalte oder Tätigkeiten wesentlich ab, kann sie einen Anpassungslehrgang von höchstens drei Jahren oder eine Eignungsprüfung verlangen. Für Physiotherapie gibt es außerdem den Europäischen Berufsausweis. Andere Staaten haben eigene Verfahren (Stand Oktober 2026). Zur ausführlichen Antwort
Alltag und Eignung
Ist die Physiotherapie-Ausbildung schwer?
Die Ausbildung ist anspruchsvoll, weil sie viel Lernstoff mit praktischem Können verbindet. Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre nehmen einen großen Teil des Unterrichts ein und werden mündlich geprüft. Dazu kommen körperliche Arbeit, Einsätze mit Patientinnen und Patienten und eine staatliche Prüfung in drei Teilen. Wie schwer das im Einzelfall fällt, hängt von Vorwissen, Lernorganisation und Belastbarkeit ab. Zur ausführlichen Antwort
Wie läuft das gegenseitige Üben in der Physiotherapie-Ausbildung ab?
Im praktischen Unterricht üben Auszubildende Griffe und Techniken zuerst aneinander. Die Lehrkraft zeigt vor, dann wird in Paaren oder Kleingruppen geübt, mit wechselnden Rollen und Rückmeldung. Wie viel frei gemacht wird, hängt von der Technik ab; was getragen wird, regelt die Kleiderordnung der Schule. Wer Beschwerden hat oder eine Übung nicht möchte, sagt das vorher der Lehrkraft. Zur ausführlichen Antwort
Physiotherapeut, Masseur, Ergotherapeut: Was ist der Unterschied?
Es sind drei Berufe mit eigener Ausbildung, eigener staatlicher Prüfung und eigener Erlaubnis. Die Physiotherapie und den Beruf Masseur und medizinischer Bademeister regelt das MPhG, die Ergotherapie das Ergotherapeutengesetz. Physiotherapie und Ergotherapie dauern drei Jahre und setzen in der Regel einen mittleren Abschluss voraus. Für den Masseurberuf genügt der Hauptschulabschluss; auf zwei Jahre Lehrgang folgen sechs Monate praktische Tätigkeit. Zur ausführlichen Antwort
Was bedeutet die geplante Reform der Physiotherapie-Ausbildung für Bewerberinnen und Bewerber?
Wer jetzt beginnt, wird nach geltendem Recht ausgebildet und geprüft: nach dem MPhG und der PhysTh-APrV. Ein Entwurf für ein neues Berufsgesetz ist mit Stand Oktober 2026 nicht veröffentlicht. Die Bundesregierung hat im Juli 2026 mitgeteilt, dass das Gesundheitsministerium die Reform vorbereitet und ihre Umsetzung von der Klärung der Finanzierung abhängt. Inhalt, Zeitpunkt und Übergangsregeln sind offen. Zur ausführlichen Antwort