Physiotherapie-Ausbildung: Antworten auf häufige Fragen

Wer sich für eine Physiotherapie-Ausbildung interessiert, hat meist dieselben Fragen: Wie lange dauert sie, was kostet sie, gibt es eine Vergütung, und wie läuft die Prüfung ab? Hier stehen die Antworten in Kurzform. Jede Antwort führt zu einem eigenen Beitrag mit Details, Rechtsgrundlage und Stand. Schulen und Hochschulen nach Bundesland finden Sie im Verzeichnis der Physiotherapieschulen, Fachbegriffe erklärt das Glossar.

Dauer und Ablauf

Wie lange dauert die Physiotherapie-Ausbildung?

Die Physiotherapie-Ausbildung dauert nach § 9 MPhG drei Jahre mit mindestens 2.900 Stunden Unterricht und 1.600 Stunden praktischer Ausbildung. Kürzer wird sie auf Antrag vor allem für Masseurinnen und Masseure oder durch Anrechnung einer anderen Ausbildung. Länger kann sie werden, wenn Fehlzeiten die gesetzliche Grenze überschreiten oder ein praktischer Prüfungsteil wiederholt werden muss. Zur ausführlichen Antwort

Wie läuft die Physiotherapie-Ausbildung ab?

Drei Jahre lang wechseln Unterricht an der Schule und Einsätze am Patienten in Kliniken und anderen Einrichtungen. Am Ende stehen die Teilnahmebescheinigung der Schule, die Zulassung und die staatliche Prüfung mit schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil. Wie Unterricht und Einsätze über die Jahre verteilt werden, schreibt die Verordnung nicht vor; das entscheidet die Schule. Zur ausführlichen Antwort

Welche Fächer hat man in der Physiotherapie-Ausbildung?

Die Fächer legt Anlage 1 der PhysTh-APrV bundesweit fest: 20 Fächer von Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre über Bewegungs- und Trainingslehre bis zu Krankengymnastik, Massage, Elektro- und Hydrotherapie und der methodischen Anwendung in den medizinischen Fachgebieten. Zusammen sind es mindestens 2.900 Stunden Unterricht. Im Examen wird nur ein Teil davon als eigenes Fach geprüft. Zur ausführlichen Antwort

Wie viel Praxis steckt in der Physiotherapie-Ausbildung?

Von den mindestens 4.500 Ausbildungsstunden entfallen 1.600 auf die praktische Ausbildung am Patienten. Sie findet in Krankenhäusern und anderen geeigneten medizinischen Einrichtungen statt, verteilt auf vorgegebene Fachgebiete wie Chirurgie, Innere Medizin, Orthopädie und Neurologie. Dazu kommt praktischer Unterricht an der Schule, der zu den 2.900 Unterrichtsstunden zählt. Zur ausführlichen Antwort

Wann beginnt die Physiotherapie-Ausbildung?

Einen gesetzlichen Starttermin gibt es nicht, jede Schule legt ihren Beginn selbst fest. Unter den 71 Schulprofilen auf physiotherapie.net mit Monatsangabe nennen 65 einen Start im September oder Oktober, 13 Schulen beginnen zweimal oder öfter im Jahr (Stand September 2026). Bewerbungsfristen enden teils mehrere Monate vor dem Start. Zur ausführlichen Antwort

Prüfung

Wie läuft die Abschlussprüfung in der Physiotherapie ab?

Die Abschlussprüfung ist die staatliche Prüfung nach der PhysTh-APrV an der eigenen Schule. Sie hat einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil und beginnt frühestens zwei Monate vor dem Ende der Ausbildung. Bestanden ist sie, wenn jeder Teil bestanden ist. Nicht bestandene Klausuren, Fächer oder Fächergruppen dürfen einmal wiederholt werden. Zur ausführlichen Antwort

Voraussetzungen und Bewerbung

Welche Voraussetzungen braucht man für die Physiotherapie-Ausbildung?

Nach § 10 MPhG braucht es die gesundheitliche Eignung und einen Bildungsnachweis: den Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss, eine erweiterte zehnjährige Schulbildung oder einen Hauptschulabschluss mit mindestens zweijähriger Berufsausbildung. Abitur und Mindestalter verlangt das Gesetz nicht. Schulen können eigene Anforderungen stellen, etwa ein Praktikum, ein Attest oder ein Gespräch. Zur ausführlichen Antwort

Wie bewerbe ich mich für die Physiotherapie-Ausbildung?

Die Bewerbung geht direkt an die Schule. Dazu gehören Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse, je nach Schule auch Attest, Praktikumsnachweis, Führungszeugnis oder Nachweis über Masernschutz. Je nach Schule folgen Vorstellungsgespräch oder Eignungstest. Fristen enden bei manchen Schulen Monate vor dem Start. Vor der Unterschrift gehört der Schulvertrag genau geprüft. Zur ausführlichen Antwort

Kosten und Finanzierung

Bekommt man in der Physiotherapie-Ausbildung eine Vergütung?

Ein gesetzlicher Anspruch besteht nicht, das Masseur- und Physiotherapeutengesetz regelt keine Zahlung. Geld gibt es, wenn der Ausbildungsvertrag es vorsieht, vor allem an Schulen von Krankenhäusern mit Tarifbindung. Kommunale Kliniken zahlen nach dem TVAöD, mit Stand Mai 2026 zwischen 1.365,24 und 1.522,03 Euro brutto im Monat; Tarifbeträge ändern sich. Schulen ohne Klinikträger zahlen in der Regel nichts. Zur ausführlichen Antwort

Was kostet die Physiotherapie-Ausbildung?

Das hängt von der Schule ab: vom Träger, vom Bundesland und davon, ob die Schule an einem Förderprogramm teilnimmt. An vielen Schulen fällt kein Schulgeld an, an privaten Schulen ohne Förderung schon. Dazu kommen Nebenkosten wie Lernmittel, Berufskleidung und Fahrten. Finanzieren lässt sich die Ausbildung über Vergütung, Schüler-BAföG, Bildungsgutschein oder Kindergeld. Zur ausführlichen Antwort

In welchen Bundesländern ist die Physiotherapie-Ausbildung schulgeldfrei?

Bundesweit gibt es keine Schulgeldfreiheit. Stand September 2026 fördern zehn Länder die Schulen, damit sie auf Schulgeld verzichten, darunter Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Baden-Württemberg und Thüringen zahlen nur Zuschüsse, Sachsen-Anhalt hat keine Regelung. Die Förderung beantragt die Schule, die Teilnahme ist meist freiwillig; ob Schulgeld anfällt, klärt deshalb die Schule. Zur ausführlichen Antwort

Gibt es BAföG für die Physiotherapie-Ausbildung?

Ja. Die Physiotherapie-Ausbildung an einer Berufsfachschule ist nach § 2 BAföG förderfähig, auch wenn man bei den Eltern wohnt. Schülerinnen und Schüler erhalten einen Zuschuss, kein Darlehen. Der gesetzliche Bedarf beträgt mit Stand September 2026 276 Euro im Monat bei den Eltern und 666 Euro bei eigener Wohnung. Einkommen wird angerechnet; das Amt für Ausbildungsförderung entscheidet im Einzelfall. Zur ausführlichen Antwort

Ausbildung oder Studium

Physiotherapie: Ausbildung oder Studium?

Ausbildung und Studium führen zur selben Berufserlaubnis, denn beide enden mit der staatlichen Prüfung. Die Berufsfachschule dauert drei Jahre und vergibt keinen akademischen Grad. Ein duales oder primärqualifizierendes Studium verbindet die Prüfung mit einem Bachelor, ein berufsbegleitendes Studium folgt erst nach der Ausbildung. Unterschiede gibt es bei Zugang, Lernort, Dauer und Kosten. Zur ausführlichen Antwort

Schulwahl

Wie finde ich die richtige Physiotherapieschule?

Am Anfang steht die staatliche Anerkennung, denn nur anerkannte Schulen führen zur staatlichen Prüfung. Danach lassen sich Schulen an denselben Fragen messen: Schulgeld oder Vergütung, Praxispartner für die Einsätze, Prüfungsvorbereitung, Studienkooperation und Ausbildungsbeginn. Adressen liefert das Verzeichnis nach Bundesland, Antworten liefern Informationstage und das persönliche Gespräch. Zur ausführlichen Antwort

Quereinstieg

Umschulung zum Physiotherapeuten: Wer zahlt?

Zahlen können die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter über einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III, bei gesundheitlichen Gründen die Renten- oder Unfallversicherung, manchmal ein Arbeitgeber. Voraussetzung sind eine Beratung vor Beginn und eine zugelassene Schule. Die volle Ausbildungsdauer von drei Jahren gilt nach § 180 Absatz 4 SGB III als angemessen. Über die Förderung entscheidet die jeweilige Stelle im Einzelfall. Zur ausführlichen Antwort

Nach der Ausbildung

Was verdient man nach der Physiotherapie-Ausbildung?

Das hängt vor allem von Arbeitgeber und Tarif ab. Im TVöD der Kommunen gilt für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit staatlicher Anerkennung Entgeltgruppe 7; ohne Berufserfahrung sind das 3.294,98 Euro brutto im Monat (Stufe 1, Stand Mai 2026). Laut Entgeltatlas liegt der Median für Vollzeitbeschäftigte unter 25 Jahren bei 3.216 Euro (Stichtag 31.12.2025). Beträge ändern sich. Zur ausführlichen Antwort

Alltag und Eignung

Ist die Physiotherapie-Ausbildung schwer?

Die Ausbildung ist anspruchsvoll, weil sie viel Lernstoff mit praktischem Können verbindet. Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre nehmen einen großen Teil des Unterrichts ein und werden mündlich geprüft. Dazu kommen körperliche Arbeit, Einsätze mit Patientinnen und Patienten und eine staatliche Prüfung in drei Teilen. Wie schwer das im Einzelfall fällt, hängt von Vorwissen, Lernorganisation und Belastbarkeit ab. Zur ausführlichen Antwort