Wie die Auswahl abläuft, entscheidet jede Berufsfachschule selbst. Das Berufsgesetz regelt nur die Zugangsvoraussetzungen, kein Auswahlverfahren. Nach Sichtung der Unterlagen folgt laut BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit meist ein persönliches Gespräch, gelegentlich ein schriftlicher Test; daneben kommen praktische und motorische Eignungstests vor. Auch Schulnoten und praktische Erfahrungen wie ein Praktikum können in die Entscheidung einfließen.
Welche Formen der Auswahl die Schulprofile nennen
Von den rund 150 Ausbildungsprofilen auf physiotherapie.net nennen 19 Schulen eine eigene Auswahlstufe (Auszählung aller veröffentlichten Profile, Stand Oktober 2026). Die übrigen machen dazu keine Angabe, ein Gespräch ist dort damit nicht ausgeschlossen. Manche Schulen kombinieren mehrere Formen.
| Form laut Profil | Schulen | Beispiel aus den Profilen |
|---|---|---|
| Vorstellungs-, Bewerbungs-, Aufnahme- oder Kennenlerngespräch | 7 | Gespräch mit der Schulleitung |
| Eignungstest, Eignungs- oder Aufnahmeprüfung | 6 | motorischer Eignungstest |
| Auswahl- oder Aufnahmeverfahren, Bewerber-Tag | 8 | Vergabe der Plätze nach Punkten |
| Hospitation oder Schnuppertag als freiwilliges Angebot vorab | 6 | Unterricht vor Ort erleben |
Die Physiotherapieschule Lebach etwa beschreibt in ihrem Profil ein Gespräch mit der Schulleitung und einen motorischen Eignungstest, beides zwischen Januar und Juni. Wann die Auswahlrunde liegt, hängt vom Starttermin ab; manche Schulen führen Gespräche das ganze Jahr über.
Worauf Schulen bei der Auswahl achten
Feste Bewertungsbögen nennen die Profile nicht, wohl aber diese Kriterien:
- persönliche und soziale Kompetenz
- Interesse an Medizin und soziales Engagement
- Noten in Biologie, Deutsch und Sport
- ein Praktikum vor Ausbildungsbeginn, das als Vorteil gilt
- eine Rangfolge nach Punkten, wenn mehr Bewerbungen als Plätze vorliegen
Über die Aufnahme entscheidet die Schule; einen Anspruch auf einen Platz enthält das MPhG nicht. Benachteiligungen wegen der Merkmale aus § 1 AGG, darunter Geschlecht, Alter, Behinderung und ethnische Herkunft, sind nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 AGG auch beim Zugang zur Berufsausbildung unzulässig, nach Maßgabe der weiteren Vorschriften des Gesetzes.
Gespräch und Test vorbereiten
Feste Fragenkataloge stehen in keinem Profil. Zur Vorbereitung lassen sich diese Punkte klären:
- Motivation: in eigenen Worten begründen, warum Physiotherapie und warum diese Schule. Grundlage ist ein klares Berufsbild mit Befund, Behandlung, Anleitung und Dokumentation.
- Erfahrung: ein Praktikum konkret schildern, was beobachtet wurde und was überrascht hat. Wie sich ein Platz finden lässt, steht im Beitrag zum Vorpraktikum.
- Schulwissen: Kündigt die Schule einen schriftlichen Test an, Grundlagen aus Biologie auffrischen. BERUFENET nennt Biologie, Sport und Deutsch als wichtige Schulfächer.
- Motoriktest: Sportkleidung und Schuhe nach den Angaben in der Einladung mitbringen.
- Eigene Fragen: zu Praxiseinsätzen, Unterrichtszeiten, Schulgeld oder Vergütung. Sie zeigen Interesse und liefern Stoff für den Vergleich mehrerer Schulen.
- Selbstcheck: welche Eigenschaften der Beruf verlangt, beschreibt der Beitrag zur Eignung für die Physiotherapie.
Nach der Auswahlrunde folgen Zusage, Absage oder ein Platz auf der Warteliste; wie es mit dem Schulvertrag weitergeht, erklärt der Beitrag zur Bewerbung. Angaben der einzelnen Schulen zu Gespräch, Test und Fristen stehen in ihren Profilen im Schulverzeichnis.