Berufsfachschule für Physiotherapie

Auch: Physiotherapieschule, Schule für Physiotherapie, Schule für Physiotherapeuten

Eine Berufsfachschule für Physiotherapie ist eine staatlich anerkannte Schule, an der die dreijährige fachschulische Ausbildung nach dem Masseur- und Physiotherapeutengesetz stattfindet und mit der staatlichen Prüfung endet.

Die Berufsfachschule für Physiotherapie ist der klassische Lernort des Berufs. Hier finden Unterricht in Theorie und Praxis statt, von hier aus wird die praktische Ausbildung in Kliniken organisiert, und hier wird am Ende auch geprüft. Der Name Berufsfachschule stammt aus dem Schulrecht der Länder; je nach Land tragen die Einrichtungen auch andere Bezeichnungen. Das Berufsrecht spricht schlicht von der Schule für Physiotherapeuten.

Rechtlicher Rahmen

§ 9 MPhG bestimmt, dass die Ausbildung durch staatlich anerkannte Schulen vermittelt wird und mit der staatlichen Prüfung abschließt. Schulen, die nicht an einem Krankenhaus eingerichtet sind, müssen die praktische Ausbildung über eine Regelung mit Krankenhäusern oder anderen geeigneten medizinischen Einrichtungen sicherstellen. Anerkennung und Aufsicht liegen bei den Ländern. Nach § 2 Absatz 2 PhysTh-APrV legt der Prüfling die Prüfung an der Schule ab, an der er die Ausbildung abschließt, und nach § 3 wird bei jeder Schule ein Prüfungsausschuss gebildet, dessen Vorsitz eine von der zuständigen Behörde bestellte Person übernimmt (Stand September 2026).

Träger und Ablauf

Physiotherapieschulen gibt es an Kliniken, in öffentlicher und in freier Trägerschaft. Der Träger entscheidet mit darüber, wie die Kooperationen für die praktischen Einsätze aussehen. Ob Auszubildende Schulgeld zahlen oder die Ausbildung schulgeldfrei ist, hängt vom Land und vom Träger ab und kann sich durch Landesregelungen ändern; Beträge nennt dieses Glossar bewusst nicht.

Der Ablauf folgt der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. In drei Jahren wechseln sich Unterrichtsblöcke an der Schule und Einsätze der praktischen Ausbildung in verschiedenen Fachgebieten ab. Die Schule bescheinigt am Ende die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme. Ohne diese Bescheinigung gibt es keine Zulassung zur staatlichen Prüfung. Eine Übersicht staatlich anerkannter Schulen bietet das Schulverzeichnis.

Bedeutung für die Schulwahl

  • Staatliche Anerkennung: Nur sie führt zur staatlichen Prüfung und damit zur Berufserlaubnis.
  • Praxispartner: Bei Schulen ohne eigenes Krankenhaus ist maßgeblich, mit welchen Einrichtungen die praktischen Einsätze vereinbart sind.
  • Finanzierung: Schulgeld, Schulgeldfreiheit und Förderung nach dem Schüler-BAföG unterscheiden sich je nach Land und Träger.
  • Kooperation mit Hochschulen: Manche Schulen arbeiten mit Hochschulen zusammen, sodass sich an die Ausbildung ein Studium anschließen kann.

Abgrenzung

Die Physiotherapieausbildung ist keine duale Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Gesamtverantwortung liegt bei der Schule, nicht bei einem Ausbildungsbetrieb. Davon zu unterscheiden ist das Studium: Nach § 18a MPhG können die Länder die Ausbildung an Hochschulen verlagern, dann tritt die Hochschule an die Stelle der Schule. Einen Überblick über diesen Weg gibt der Eintrag Bachelor Physiotherapie.

Ausführlich beantwortet: Wann beginnt die Physiotherapie-Ausbildung?

Ausführlich beantwortet: Wie bewerbe ich mich für die Physiotherapie-Ausbildung?

Ausführlich beantwortet: Wie finde ich die richtige Physiotherapieschule?

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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