Wie sind die Jobaussichten in der Physiotherapie?

Wie gut die Chancen auf eine Stelle stehen, lässt sich mit Zahlen nur für die Gegenwart beschreiben. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit führt das Berufsbild Physiotherapeut in der Berufsgattung 81713 und stuft diese in ihrer Fachkräfteengpassanalyse 2025 als Engpassberuf ein. Der Gesamtwert liegt bei 2,8 von 3 Punkten; ab 2,0 Punkten spricht die Bundesagentur von einem Engpass (Stand: Veröffentlichung Mai 2026, Daten des Jahres 2025). Eine Vorhersage für die Jahre nach der Ausbildung enthält die Analyse nicht.

Was die Engpassanalyse 2025 misst

Die Analyse bewertet sechs Indikatoren mit je 0 bis 3 Punkten und bildet daraus den Durchschnitt. Grundlage für die Berufsgattung 81713 sind 143.548 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Juni 2025, ohne Auszubildende und ohne Arbeitnehmerüberlassung (Stand der Analyse: Mai 2026).

IndikatorPunkteEinstufung der Bundesagentur
Vakanzzeit (Median)3Anzeichen eines Engpasses
Arbeitsuchenden-Stellen-Relation3Anzeichen eines Engpasses
Berufsspezifische Arbeitslosenquote3Anzeichen eines Engpasses
Abgangsrate aus Arbeitslosigkeit3Anzeichen eines Engpasses
Entwicklung der mittleren Entgelte3Anzeichen eines Engpasses
Veränderung des Anteils ausländischer Beschäftigter2schwache Anzeichen eines Engpasses
Berufsgattung 81713, Deutschland; Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit, Stand Mai 2026

Zwei Werte lassen sich direkt lesen. Vom gewünschten Besetzungstermin bis zur Abmeldung einer gemeldeten Stelle vergingen im Median 168 Tage; ab 80 Tagen wertet die Bundesagentur das als Engpasszeichen. Im Jahresdurchschnitt waren zudem weniger Arbeitsuchende gemeldet als Stellen. Für die Länder rechnet die Analyse nur mit größeren Berufsgruppen: Die Gruppe Nicht ärztliche Therapie und Heilkunde, zu der auch die Ergotherapie gehört, kommt auf diesem Niveau in allen Ländern und Länderverbünden auf 2,5 bis 2,8 Punkte (Stand Mai 2026).

Was die Zahlen nicht zeigen

  • Selbstständige: Die Beschäftigtenzahl umfasst nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Als Ergänzung nennt die Engpassanalyse einen Selbstständigenanteil von gut einem Fünftel der Erwerbstätigen; der Wert stammt aus dem Mikrozensus und gilt für die ganze Berufsgruppe Nicht ärztliche Therapie und Heilkunde auf diesem Niveau, nicht allein für die Physiotherapie (Stand Mai 2026). Die Schritte in die eigene Praxis beschreibt der Beitrag Physiotherapiepraxis gründen.
  • Teilzeit: Mehr als die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Berufsgattung arbeitete im Juni 2025 in Teilzeit (Stand Mai 2026). Die Kopfzahl sagt deshalb wenig über die Zahl der Vollzeitstellen.
  • Stellen: Gezählt werden nur Stellen, die Arbeitgeber der Bundesagentur melden. Wie viele Angebote es insgesamt gibt, bleibt offen.
  • Arbeitsorte: Praxen, die als Heilmittelerbringer mit den Krankenkassen abrechnen, Kliniken und Rehabilitation erscheinen nicht getrennt. Die Einsatzorte erklärt der Eintrag Arbeitsfelder in der Physiotherapie.
  • Verdienst: Die Entgeltentwicklung fließt nur als Punktwert ein. Werte aus dem Entgeltatlas nennt der Beitrag Was verdient man nach der Physiotherapie-Ausbildung?, die Einflussfaktoren der Eintrag Gehalt Physiotherapeut.

Eine zweite amtliche Quelle ist die Gesundheitspersonalrechnung des Statistischen Bundesamts. Nach ihrer Pressemitteilung vom 27. Januar 2026 arbeiteten Ende 2024 in Praxen sonstiger medizinischer Berufe, etwa der Physio- und Ergotherapie, rund 14.000 Menschen mehr als ein Jahr zuvor (Stand: Stichtag 31.12.2024). Eine eigene Zahl nur für die Physiotherapie nennt die Mitteilung nicht.

Die Bundesagentur legt die Engpassanalyse jährlich neu vor, die Werte können sich also ändern. Wer jetzt eine Ausbildung beginnt, steigt in der Regel nach drei Jahren in den Beruf ein (§ 9 MPhG); die Zahlen von 2025 beschreiben diesen Zeitpunkt nicht. Welche Weiterbildungen nach dem Examen in welcher Reihenfolge möglich sind, zeigt der Beitrag Welche Weiterbildung kommt nach der Physiotherapie-Ausbildung zuerst?. Schulen nach Bundesland stehen im Schulverzeichnis.

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