Das Gehalt als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut ist das Arbeitsentgelt in einem Angestelltenverhältnis. Seine Höhe ergibt sich aus mehreren Faktoren: Art des Arbeitgebers, Tarifbindung, Region, Berufsjahre, übertragene Aufgaben und Zusatzqualifikationen. Selbstständige beziehen kein Gehalt, sondern erzielen einen Praxisgewinn nach Abzug aller Kosten.
Warum hier keine Beträge stehen
Löhne ändern sich mit jeder Tarifrunde und mit jeder neuen Vergütungsvereinbarung der Krankenkassen. Dieses Glossar nennt deshalb mit Stand September 2026 bewusst keine Zahlen. Belastbare Werte mit Stichtag veröffentlichen der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, der Medianwerte nach Beruf und Region ausweist, sowie die Entgelttabellen der Tarifverträge im öffentlichen Dienst (TVöD, TV-L) und der kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien. Im Entgeltatlas wird der Beruf in der Berufsgattung 81713 mit dem Anforderungsniveau „Spezialist“ geführt; die ausgewiesenen Werte beziehen sich auf diese Gattung. Beim Vergleich von Zahlen kommt es darauf an, ob sie brutto oder netto, für Voll- oder Teilzeit und für welches Erhebungsjahr gelten.
Einflussfaktoren
- Arbeitgeber und Tarif: Kliniken in öffentlicher Trägerschaft wenden häufig TVöD oder TV-L an, kirchliche Träger eigene Arbeitsvertragsrichtlinien, private Klinikträger teils Haustarife. Praxen sind meist nicht tarifgebunden, dort gilt der einzelne Arbeitsvertrag.
- Vergütung der Praxis: Ein Teil der Einnahmen ambulanter Praxen stammt aus Heilmittelleistungen für gesetzlich Versicherte. Deren Preise vereinbaren der GKV-Spitzenverband und die maßgeblichen Spitzenorganisationen der Heilmittelerbringer bundeseinheitlich in Verträgen nach § 125 SGB V. Der Spielraum für Gehälter hängt damit auch von diesen Preisen ab.
- Qualifikation: Zertifikatspositionen wie Manuelle Therapie oder Manuelle Lymphdrainage erlauben der Praxis höher vergütete Leistungen. Ob sich das im Gehalt niederschlägt, regelt der Arbeitsvertrag.
- Abschluss: Im Tarifrecht richtet sich die Eingruppierung nach den übertragenen Tätigkeiten. Ein Bachelorabschluss führt nicht automatisch in eine höhere Entgeltgruppe.
- Funktion und Erfahrung: Tariftabellen sehen Erfahrungsstufen vor. Leitungsaufgaben, etwa als fachliche Leitung, werden gesondert berücksichtigt.
Weitere Bestandteile der Vergütung
Zum Vergleich von Stellenangeboten gehört mehr als das monatliche Grundentgelt. Tarifverträge sehen häufig eine Jahressonderzahlung und Zuschläge für Wochenend- oder Feiertagsarbeit vor. In Praxen spielen Arbeitszeitmodelle, bezahlte Fortbildungstage und die Übernahme von Kursgebühren eine größere Rolle, weil Zertifikatsweiterbildungen teuer sein können. Manche Arbeitsverträge verbinden eine bezahlte Weiterbildung mit einer Rückzahlungsklausel für den Fall eines frühen Ausscheidens; ob eine solche Klausel wirksam ist, hängt von ihrer Ausgestaltung im Einzelfall ab.
Bedeutung für Ausbildung und Berufseinstieg
Vor der Berufswahl lohnt der Blick auf die Tarifstruktur möglicher Arbeitgeber, weil sie über Stufenaufstieg, Zuschläge und Arbeitszeit mitentscheidet. Während der Ausbildung gibt es kein Gehalt, sondern je nach Träger eine Ausbildungsvergütung. Wer später eine eigene Praxis plant, rechnet nicht mit einem Gehalt, sondern mit Umsatz, Kosten und Rücklagen, siehe Selbstständigkeit in der Physiotherapie.
Abgrenzung
Gehalt, Ausbildungsvergütung und Praxisumsatz werden in Diskussionen oft vermischt. Das Gehalt ist das vertraglich vereinbarte Entgelt einer angestellten Fachkraft. Die Ausbildungsvergütung zahlt ein Ausbildungsträger während der Ausbildung. Der Praxisumsatz entsteht aus den abgerechneten Leistungen und deckt Miete, Personal, Geräte und Versicherungen, bevor ein Gewinn übrig bleibt.
Ausführlich beantwortet: Was verdient man nach der Physiotherapie-Ausbildung?