Das Gehalt nach dem Examen richtet sich vor allem nach dem Arbeitgeber und danach, ob ein Tarifvertrag gilt. Im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Kommunen (TVöD) stehen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit staatlicher Anerkennung in Entgeltgruppe 7. Ohne Berufserfahrung sind das in Stufe 1 3.294,98 Euro brutto im Monat für eine Vollzeitstelle (Stand 1. Mai 2026). Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nennt für Vollzeitbeschäftigte unter 25 Jahren einen Median von 3.216 Euro (Stand: Stichtag 31.12.2025). Beide Werte ändern sich mit Tarifrunden und neuen Daten.
Entgeltgruppe und Stufe im öffentlichen Dienst
Die Entgeltordnung der kommunalen Arbeitgeber regelt die Physiotherapie in Teil B Abschnitt XI Ziffer 16. Voraussetzung für Gruppe 7 ist die staatliche Anerkennung, also die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung, und eine entsprechende Tätigkeit. Höher eingruppiert wird, wer schwierige Aufgaben übernimmt. Eine Protokollerklärung nennt Beispiele, etwa Physiotherapie nach Herzoperationen, in der Geriatrie oder bei Kleinkindern bis sechs Jahren.
| Entgeltgruppe | Tätigkeit | Stufe 1 | Stufe 2 |
|---|---|---|---|
| 7 | mit staatlicher Anerkennung und entsprechender Tätigkeit | 3.294,98 | 3.537,94 |
| 8 | wie 7, mindestens zu einem Viertel schwierige Aufgaben | 3.486,40 | 3.697,29 |
| 9a | wie 7, mit schwierigen Aufgaben | 3.658,61 | 3.877,94 |
Stand: Lesefassung des TVöD der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände mit Stand 1. Januar 2026, Tabelle gültig ab 1. Mai 2026, abgerufen am 23.09.2026. Nach § 16 (VKA) beginnt eine Stelle ohne einschlägige Berufserfahrung in Stufe 1, Stufe 2 folgt nach einem Jahr, Stufe 3 nach zwei weiteren Jahren. Hinzu kommt eine Jahressonderzahlung nach § 20. Tarifbeträge ändern sich mit jeder Tarifrunde. Universitätskliniken der Länder, kirchliche und private Träger wenden eigene Tarifverträge oder Arbeitsvertragsrichtlinien an; deren Beträge nennt dieser Beitrag nicht.
Was der Entgeltatlas der Bundesagentur zeigt
Der Entgeltatlas ordnet den Beruf Physiotherapeut/in der Berufsgattung „Berufe in der Physiotherapie – komplexe Spezialistentätigkeiten“ zu. Er weist das mittlere Bruttomonatsentgelt (Median) sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigter aus, einmalige Zahlungen eingerechnet. Teilzeitstellen fehlen in der Auswertung, ebenso Einkommen aus Selbstständigkeit. Stand: Stichtag 31.12.2025, Datenstand Entgeltatlas 2025, abgerufen am 23.09.2026; die Definitionen erklärt die Hilfe zum Entgeltatlas.
| Altersgruppe | unteres Quartil | Median | oberes Quartil |
|---|---|---|---|
| alle | 2.928 | 3.452 | 4.062 |
| unter 25 Jahre | 2.931 | 3.216 | 3.518 |
Die Gruppe unter 25 Jahren kommt dem Berufseinstieg am nächsten, deckt sich aber nicht mit ihm: Sie kann Beschäftigte mit einigen Jahren Erfahrung enthalten, und wer später umschult, fällt heraus. Zwischen den Ländern reicht der Median aller Altersgruppen von 3.096 Euro in Thüringen bis 3.848 Euro in Berlin, für Bremen liegen zu wenige Daten vor (Stand 31.12.2025). Ein Viertel der Vollzeitbeschäftigten liegt unter dem unteren Quartil.
Was den Einstieg außerdem bestimmt
- Arbeitsort: Klinik, Rehabilitation und Praxis unterscheiden sich in Tarifbindung und Arbeitszeit, siehe Arbeitsfelder in der Physiotherapie. Ist eine Praxis nicht tarifgebunden, gilt allein der Arbeitsvertrag.
- Aufgaben: Im TVöD bestimmt die übertragene Tätigkeit die Gruppe; schwierige Aufgaben führen in Gruppe 8 oder 9a.
- Weiterbildungen: Eine Zertifikatsposition wie Manuelle Therapie erlaubt der Praxis zusätzliche Abrechnungen. Ob sich das im Entgelt zeigt, legt der Arbeitsvertrag fest.
- Abschluss: Die Entgeltordnung knüpft bei der Physiotherapie an Anerkennung und Tätigkeit an; ein Bachelor in Physiotherapie führt dort nicht von selbst in eine höhere Gruppe.
Beim Vergleich von Stellenangeboten helfen drei Fragen: Gilt ein Tarifvertrag, welche Gruppe und Stufe sind vorgesehen, und bezieht sich der Betrag auf Vollzeit? Wo die Ausbildung dafür stattfindet, zeigt das Schulverzeichnis nach Bundesland.