Fraktur

Auch: Knochenbruch

Eine Fraktur ist die vollständige oder unvollständige Unterbrechung eines Knochens, meist durch äußere Gewalt, seltener als Ermüdungsbruch nach wiederholter Überlastung oder bei krankhaft geschwächtem Knochen.

Fraktur ist der medizinische Fachbegriff für einen Knochenbruch. Er entsteht, wenn die einwirkende Kraft die Belastbarkeit des Knochens übersteigt. Neben traumatischen Frakturen durch Sturz oder Unfall gibt es Ermüdungsbrüche nach wiederholter Überlastung und pathologische Frakturen, bei denen eine Grunderkrankung wie Osteoporose oder ein Tumor den Knochen geschwächt hat. Beschrieben wird ein Bruch außerdem nach Lage, Verlauf der Bruchlinie, Verschiebung der Fragmente und danach, ob die Haut verletzt ist.

Versorgung und Heilungsverlauf

Frakturen werden konservativ, etwa mit Gips oder Orthese, oder operativ versorgt. Bei der Osteosynthese halten Platten, Schrauben, Nägel oder Drähte die Bruchstücke in Position. Die Knochenbruchheilung verläuft in Phasen, die sich an den allgemeinen Wundheilungsphasen orientieren: Entzündung, Bildung von Kallus als vorläufigem Ersatzgewebe und Umbau zu belastbarem Knochen. Wie lange die einzelnen Abschnitte dauern, hängt von Knochen, Bruchform, Versorgung, Alter und Begleiterkrankungen ab. Verläuft die Heilung verzögert oder wächst der Bruch nicht knöchern zusammen, sprechen Fachleute von verzögerter Heilung oder Pseudarthrose; die weitere Behandlung legt dann die Unfallchirurgie fest.

Belastungsaufbau und Verordnungsrahmen

Den Rahmen für die Physiotherapie bildet die ärztliche Belastungsvorgabe. Sie legt fest, ob eine versorgte Fraktur übungsstabil, teilbelastbar oder voll belastbar ist; bei Teilbelastung wird die erlaubte Last angegeben. Innerhalb dieser Grenzen baut die Therapie Beweglichkeit, Kraft und Gangsicherheit schrittweise auf, an der unteren Extremität häufig mit Gangschule an Unterarmgehstützen.

Bei Brüchen an Gliedmaßen und Becken erfolgt die Verordnung über die Diagnosegruppe EX des Heilmittelkatalogs, bei Wirbelsäulenverletzungen über die Diagnosegruppe WS. Beide Gruppen führen Krankengymnastik, Manuelle Therapie und gerätegestützte Krankengymnastik unter den vorrangigen Heilmitteln, Kälte- und Elektrotherapie unter den ergänzenden (Heilmittelkatalog des G-BA, Stand September 2026).

Bedeutung für Ausbildung und Praxis

Frakturen sind Stoff der Speziellen Krankheitslehre in den Teilgebieten Chirurgie/Traumatologie und Orthopädie/Traumatologie der PhysTh-APrV; die Methodische Anwendung der Physiotherapie in medizinischen Fachgebieten führt diese Inhalte in die Behandlungsplanung über. Das Fach Erste Hilfe und Verbandtechnik behandelt die Erstversorgung. Chirurgie und Orthopädie sind eigene Einsatzbereiche der praktischen Ausbildung. Im Berufsalltag gehört es dazu, Operationsberichte, Röntgenbefunde und Belastungsvorgaben zu lesen und auffällige Veränderungen im Verlauf, etwa zunehmende Schwellung oder neue Beschwerden, an die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt zurückzumelden. Das Konzept der Red Flags gibt dafür den fachlichen Rahmen.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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