Endoprothese (Hüft- und Knie-TEP)

Auch: TEP, Totalendoprothese, Gelenkersatz, künstliches Gelenk

Eine Endoprothese ist ein künstlicher Gelenkersatz, der dauerhaft im Körper verbleibt. Als Totalendoprothese (TEP) ersetzt sie beide Gelenkpartner, vor allem an Hüfte oder Knie.

Endoprothese heißt ein Implantat, das ein geschädigtes Gelenk ganz oder teilweise ersetzt und im Körper verbleibt. Die Totalendoprothese, kurz TEP, ersetzt beide Gelenkflächen, eine Teilprothese nur eine davon. Eingesetzt werden Endoprothesen vor allem an Hüft- und Kniegelenk. Anlass ist oft eine fortgeschrittene Arthrose, daneben etwa ein gelenknaher Bruch des Oberschenkelhalses oder eine rheumatische Gelenkzerstörung.

Einordnung

Endoprothesen unterscheiden sich nach Gelenk, Umfang des Ersatzes und Art der Verankerung: zementiert, zementfrei oder als Kombination beider Verfahren. Operationszugang, Verankerung und Knochenqualität bestimmen mit, wie früh und wie stark das operierte Bein belastet werden darf. Die Freigabe legt die operierende Klinik fest. Bei manchen Zugängen an der Hüfte gelten für eine Übergangszeit Bewegungseinschränkungen, die eine Luxation der Prothese verhindern sollen. An der Versorgung wirken Orthopädie und Unfallchirurgie, Anästhesie, Pflege, Sozialdienst und Rehabilitationsmedizin zusammen; der Sozialdienst organisiert im Entlassmanagement den Übergang in Rehabilitation oder häusliche Versorgung.

Verordnungsrahmen

Die Nachbehandlung beginnt bereits im Krankenhaus und kann in eine ambulante oder stationäre Anschlussrehabilitation übergehen, für die eigene Regeln der Rehabilitationsträger gelten. Im Anschluss ist Physiotherapie als Heilmittel verordnungsfähig. Der Heilmittelkatalog ordnet Zustände nach operativen Eingriffen an Gliedmaßen und Becken der Diagnosegruppe EX zu. Aus diesem Katalogteil kommen für die Nachbehandlung unter anderem Krankengymnastik, gerätegestützte Krankengymnastik, Übungsbehandlung im Bewegungsbad und Manuelle Therapie in Betracht (Stand September 2026).

Bedeutung für Ausbildung und Praxis

Für Auszubildende ist die Endoprothetik ein Kernthema von Orthopädie und Traumatologie. Die Spezielle Krankheitslehre der PhysTh-APrV behandelt Anlässe und Operationsverfahren, die Methodische Anwendung der Physiotherapie in medizinischen Fachgebieten die Nachbehandlung; Berührungspunkte bestehen außerdem zur Geriatrie. In den Einsätzen der praktischen Ausbildung in Orthopädie und Chirurgie gehört die Frühmobilisation nach Gelenkersatz zu den typischen Aufgaben.

Inhalte der Nachbehandlung sind unter anderem Gangschule mit Unterarmgehstützen, Transfer- und Treppentraining, Kräftigung der gelenkführenden Muskulatur und die Anleitung zu Alltagsbewegungen. Ziel ist, Gehfähigkeit und Selbstständigkeit zu unterstützen. Nach einer Knie-TEP ist das Erarbeiten von Streckung und Beugung ein zentrales Thema, nach einer Hüft-TEP die sichere Fortbewegung unter Beachtung der Bewegungsvorgaben. Zu den Aufgaben gehört außerdem, Anzeichen möglicher Komplikationen wie Thrombose, Wundheilungsstörung oder Luxation zu kennen und ärztlich abklären zu lassen. Bei älteren Operierten gehört die Sturzprophylaxe zur Planung. Abzugrenzen sind Endoprothesen von Osteosynthesen, bei denen Platten, Schrauben oder Nägel einen Knochenbruch stabilisieren und das eigene Gelenk erhalten bleibt.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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