Arthrose

Auch: Gelenkverschleiß, Arthrosis deformans, Osteoarthrose

Arthrose ist eine chronische, degenerative Gelenkerkrankung mit fortschreitendem Abbau des Gelenkknorpels und Veränderungen an Knochen, Kapsel und Muskulatur. Im Heilmittelkatalog gehört sie zur Diagnosegruppe EX, an der Wirbelsäule zu WS.

Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, bei der der Gelenkknorpel fortschreitend abgebaut wird. Im Verlauf verändern sich auch der darunterliegende Knochen, die Gelenkkapsel und die umgebende Muskulatur; typisch sind Randanbauten am Knochen und eine Verschmälerung des Gelenkspalts. Betroffen sind vor allem stark belastete Gelenke wie Knie (Gonarthrose) und Hüfte (Coxarthrose), außerdem Finger- und Wirbelgelenke. Die Fachsprache unterscheidet primäre Formen ohne erkennbare Ursache von sekundären Formen, etwa nach Verletzungen, bei Fehlstellungen oder nach Gelenkentzündungen.

Einordnung im Heilmittelkatalog

Arthrosen stehen im Heilmittelkatalog in der Diagnosegruppe EX (Erkrankungen der Extremitäten und des Beckens); degenerative Veränderungen der Wirbelsäule fallen unter WS. Als Leitsymptomatik beschreibt der Katalog Störungen der Gelenkfunktion einschließlich des Kapsel-Band-Apparats und der umgreifenden Muskulatur, Störungen der Muskelfunktion sowie Schmerz. Vorrangige Heilmittel sind dort unter anderem Krankengymnastik, Krankengymnastik am Gerät, Manuelle Therapie und Übungsbehandlung, jeweils auch im Bewegungsbad. Rechtlicher Rahmen sind die Heilmittel-Richtlinie des G-BA und § 32 SGB V, Stand September 2026.

Fachlich ergänzen Leitlinien zur Gon- und Coxarthrose aus dem Register der AWMF diese Einordnung. Sie behandeln Bewegungs- und Übungsprogramme als Teil der nicht-medikamentösen Versorgung; die einzelnen Empfehlungen und ihr Stand sind der aktuellen Fassung zu entnehmen.

Bedeutung für Ausbildung und Berufsalltag

In der Ausbildung ist Arthrose Gegenstand der Speziellen Krankheitslehre in den Bereichen Orthopädie, Rheumatologie und Geriatrie, die Anlage 1 der PhysTh-APrV nennt. Im Befund arbeiten Auszubildende mit der Neutral-Null-Methode, prüfen das Kapselmuster eines Gelenks, beurteilen Gangbild und Muskelfunktion und erfragen die Belastbarkeit im Alltag. Daraus entstehen Therapieziele, die sich auf Beweglichkeit, Kraft und Aktivität beziehen.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Versorgung nach Gelenkersatz. Wird eine Endoprothese an Hüfte oder Knie eingesetzt, begleitet die Physiotherapie Frühmobilisation, Gangschule und Anschlussrehabilitation. Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger in Akutkliniken, Rehabilitationseinrichtungen und Praxen begegnen dem Krankheitsbild deshalb in allen Phasen der Versorgung.

Abgrenzung

Arthrose ist von der Arthritis zu unterscheiden. Die Endung -itis steht für eine Entzündung als Ausgangspunkt, etwa bei der rheumatoiden Arthritis. Bei einer Arthrose kann es zwar zu entzündlichen Phasen kommen, der sogenannten aktivierten Arthrose, die Grunderkrankung ist aber degenerativ. Für die Physiotherapie ist der Unterschied relevant, weil entzündliche Phasen die Wahl und Dosierung von Wärme, Kälte und Belastung beeinflussen.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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