Atemtherapie

Auch: Atemphysiotherapie, KG-Atemtherapie, Atemgymnastik

Atemtherapie umfasst physiotherapeutische Techniken rund um Atmung, Atemmuskulatur und Sekretmanagement. Die Heilmittel-Richtlinie ordnet sie der Allgemeinen Krankengymnastik zu, im Heilmittelkatalog als KG-Atemtherapie.

Atemtherapie meint in der Physiotherapie die gezielte Arbeit mit Atemwahrnehmung, Atembewegung und Atemwegen. Die Techniken reichen von der Atemlenkung über die Sekretmobilisation bis zum Training der Atemmuskulatur. Eingesetzt wird sie unter anderem bei chronischen Lungenerkrankungen wie der COPD, nach Eingriffen an Brustkorb oder Bauch und auf Intensivstationen.

Techniken im Überblick

  • Atemwahrnehmung und Atemlenkung, etwa über Kontaktatmung mit aufgelegten Händen
  • Lippenbremse und atemerleichternde Ausgangsstellungen wie der Kutschersitz
  • Sekretmobilisation über Lagerungen, Vibrationen und Atemtechniken
  • Hustentechniken, die den Hustenstoß dosieren
  • Training der Atemmuskulatur, auch mit Geräten

Geräte mit Ausatemwiderstand für die eigene Anwendung zu Hause sind kein Heilmittel; sie können als Hilfsmittel verordnet werden. Die Einweisung in ihren Gebrauch ist Teil der physiotherapeutischen Behandlung.

Verordnungsrahmen

Die Heilmittel-Richtlinie des G-BA führt die Atemtherapie als Form der Allgemeinen Krankengymnastik, abgekürzt KG-Atemtherapie (Stand September 2026). Die zugehörige Diagnosegruppe im Heilmittelkatalog heißt AT, Störungen der Atmung. Für schwere Erkrankungen der Atmungsorgane, etwa bei Mukoviszidose, sieht § 19 zusätzlich die KG-Muko als reine Einzeltherapie vor. Die Inhalationstherapie nach § 23 ist ein eigenes Heilmittel und wird ebenfalls nur als Einzeltherapie mit Gerät erbracht. Keine der beiden trägt in der Richtlinie das Kennzeichen für eine Pflicht zur Weiterbildung. Eine nach ihrer Begründerin benannte Atemschule führt Anlage 1 dagegen ausdrücklich als nicht verordnungsfähig.

Bedeutung für Ausbildung und Beruf

Die PhysTh-APrV nennt die Atemtherapie in Anlage 1 als Unterpunkt der Krankengymnastischen Behandlungstechniken. Ergänzend kommen die Inhalationstherapie im Fach Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie und die methodische Anwendung in der Inneren Medizin hinzu. Die Grundlage bilden Anatomie und Physiologie von Thorax, Zwerchfell und Gasaustausch. In der Befunderhebung lernen Auszubildende, Atemmuster, Atemfrequenz und Hustenstoß zu beobachten und einzuordnen. Einsätze in der praktischen Ausbildung bieten Gelegenheit, die Techniken bei frisch operierten oder beatmeten Menschen unter Anleitung zu erleben.

Im Beruf gehört Atemtherapie in Akutkliniken, in der pneumologischen Rehabilitation und in Praxen zum Aufgabenspektrum. Auf Intensivstationen arbeiten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten dabei eng mit Pflege und Ärzteschaft zusammen. Die Dokumentation hält neben Atemfrequenz und Belastbarkeit auch die subjektiv empfundene Atemnot fest. Techniken und Hilfsmittel im Detail erklärt ein ausführlicher Beitrag.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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