Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Auch: COPD, chronisch obstruktive Lungenkrankheit

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD, ist eine langfristig verlaufende Erkrankung von Atemwegen und Lunge, bei der eine nicht vollständig rückbildungsfähige Verengung der Atemwege die Ausatmung erschwert.

COPD steht für chronic obstructive pulmonary disease, auf Deutsch chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Gemeint ist eine langfristig verlaufende Erkrankung, bei der die Atemwege verengt sind und sich die Verengung auch unter Medikamenten nicht vollständig zurückbildet. Unter dem Begriff werden die chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem zusammengefasst. Als wichtigster Risikofaktor gilt das Rauchen.

Verordnungsrahmen

Diagnose, Lungenfunktionsprüfung und Stadieneinteilung sind Aufgabe der Hausarztpraxis oder der Pneumologie. Physiotherapeutische Leistungen gehören zu den Heilmitteln nach § 32 SGB V. Der Heilmittelkatalog der Heilmittel-Richtlinie führt die COPD ausdrücklich in der Diagnosegruppe AT (Störungen der Atmung). Als vorrangige Heilmittel stehen dort Krankengymnastik in Form der Atemtherapie, auch in der Gruppe, Inhalation und Bindegewebsmassage; als ergänzende Maßnahmen nennt der Katalog klassische Massagetherapie und Wärmetherapie mit der heißen Rolle (Stand September 2026).

Bedeutung für Ausbildung und Praxis

Die PhysTh-APrV ordnet Atemwegserkrankungen dem Teilgebiet Innere Medizin zu, das in der Speziellen Krankheitslehre und in der Methodischen Anwendung der Physiotherapie in medizinischen Fachgebieten vorkommt. Das Fach Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie liefert die Grundlagen für Inhalation und Wärmeanwendungen. In der praktischen Ausbildung ist die Innere Medizin ein eigener Einsatzbereich.

Im Berufsalltag steht am Anfang die Befunderhebung der Atmung: Atemfrequenz, Atemmuster, Hustenverhalten, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur und körperliche Belastbarkeit. Die Atemtherapie zielt darauf ab, das Abhusten von Sekret zu unterstützen, eine ökonomische Atmung anzuleiten und die Belastbarkeit schrittweise aufzubauen. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten arbeiten mit diesem Krankheitsbild in Akutkliniken, in der pneumologischen Rehabilitation, in Praxen und in Lungensportgruppen des Rehabilitationssports.

Zum Grundrepertoire, das Auszubildende im Fach Krankengymnastische Behandlungstechniken üben, gehören atemerleichternde Ausgangsstellungen wie der Kutschersitz, die dosierte Lippenbremse und Techniken zur Sekretmobilisation. Die Belastbarkeit wird mit Gehtests über eine festgelegte Strecke oder Zeit und mit Skalen zu Atemnot und Anstrengung dokumentiert. Bei einer akuten Verschlechterung, der Exazerbation, verschiebt sich die Zielsetzung in der Klinik auf Atemerleichterung, Sekretmanagement und frühe Mobilisation. An der Versorgung sind neben der Physiotherapie Pneumologie, Hausarztpraxis, Rehabilitationsmedizin und Pflege beteiligt.

Abgrenzung

Die COPD ist vom Asthma bronchiale zu unterscheiden, bei dem sich die Verengung der Atemwege in der Regel weitgehend zurückbildet. Beide Krankheitsbilder gehören zur selben Diagnosegruppe, die Unterscheidung trifft die ärztliche Diagnostik. Für die Therapieplanung ist sie dennoch bedeutsam, weil sich Belastungssteuerung und Zielsetzung unterscheiden. Die Mukoviszidose hat mit der KG-Muko ein eigenes Heilmittel und fällt nicht unter die COPD.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

Alle Begriffe im Physiotherapie-Glossar