Klassische Massagetherapie (KMT)

Auch: KMT, Klassische Massage, Schwedische Massage

Klassische Massagetherapie ist die Behandlung von Haut, Unterhaut und Muskulatur mit den Grundgriffen Streichung, Knetung, Friktion, Klopfung und Vibration. Sie ist ein Heilmittel der physikalischen Therapie und ohne Zertifikat abrechenbar.

Klassische Massagetherapie, kurz KMT, behandelt Haut, Unterhaut und Muskulatur mit den fünf Grundgriffen der Massage: Streichungen, Knetungen, Friktionen, Klopfungen und Vibrationen, dazu deren Kombinationen und Varianten. Sie gehört zur physikalischen Therapie und wird für einzelne oder mehrere Körperteile verordnet. Als Therapieziele nennt die Leistungsbeschreibung der Krankenkassen unter anderem die Regulation des Muskeltonus und die Schmerzlinderung.

Verordnungsrahmen

Die Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zählt die Massagetherapie zu den verordnungsfähigen Maßnahmen der Physiotherapie. In welchen Diagnosegruppen und in welcher Kombination eine Massage vorgesehen ist, legt der Heilmittelkatalog fest. Als typische Einsatzbereiche beschreibt die Leistungsbeschreibung Muskelspannungsstörungen, verkürzte elastische und kontraktile Strukturen sowie Verhärtungen, Verklebungen und Narben im Gewebe. Anders als Manuelle Therapie, Lymphdrainage oder Gerätetraining ist KMT keine Zertifikatsposition. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten können sie mit ihrer Berufserlaubnis ohne zusätzliche Weiterbildung erbringen.

Bedeutung für Ausbildung und Beruf

Massagetherapie ist ein eigenes Fach in Anlage 1 der PhysTh-APrV. Es umfasst die Grundlagen der Massage, Techniken und Wirkungsweisen, die klassische Massage, die Bindegewebsmassage, Sonderformen sowie Indikationen und Kontraindikationen. In der praktischen Prüfung nach § 14 PhysTh-APrV zeigen Prüflinge mindestens eine Behandlungstechnik aus der Massagetherapie am Probanden und erläutern sie.

Massagegriffe tauchen außerdem innerhalb anderer Leistungen auf. Die Leistungsbeschreibung erlaubt sie in der Krankengymnastik als vorbereitende oder ergänzende Technik. Im Berufsalltag setzt eine KMT-Einheit einen Befund voraus: Therapeutinnen und Therapeuten ertasten Spannung und Verschieblichkeit des Gewebes, wählen Griffe und Intensität und beobachten die Reaktion während der Behandlung. Akute Entzündungen, frische Verletzungen, Thrombosen oder Hauterkrankungen im Behandlungsgebiet gelten als typische Gegenanzeigen, die vorher geklärt werden. Eine Wärmeanwendung kann vorgeschaltet werden, wenn sie verordnet ist; Wärme- und Kältetherapie sind eigene Heilmittel der physikalischen Therapie.

Massage ist körperlich fordernd. Anlage 1 der PhysTh-APrV enthält im Fach Angewandte Physik und Biomechanik den Unterpunkt Biomechanik und Ergonomie, der auch für die eigene Arbeitshaltung an der Behandlungsliege von Bedeutung ist.

Abgrenzung

Die Massage als Heilmittel unterscheidet sich von Wellnessmassagen. Sie folgt einem Befund, einem Behandlungsplan und einer ärztlichen Verordnung, und sie wird von Angehörigen geschützter Gesundheitsfachberufe erbracht. Zwei Berufe arbeiten damit: Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten lernen Massage als Teil ihrer Ausbildung. Beim Beruf Masseur und medizinischer Bademeister steht sie im Mittelpunkt. Beide Berufe regelt das Masseur- und Physiotherapeutengesetz.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

Alle Begriffe im Physiotherapie-Glossar