Physikalische Therapie

Auch: Physikalische Maßnahmen, Physikalische Therapieverfahren

Physikalische Therapie ist der Sammelbegriff für Behandlungsverfahren, die mit physikalischen Reizen arbeiten: Massage, Elektro-, Licht-, Wärme- und Kälteanwendungen, Wasser und Bäder sowie Inhalation. Sie ist Ausbildungs- und Prüfungsinhalt der Physiotherapie.

Physikalische Therapie fasst Behandlungsverfahren zusammen, die mit physikalischen Reizen arbeiten: Druck und Zug bei der Massage, Strom bei der Elektrotherapie, Wärme und Kälte, Wasser und Bäder, Licht sowie Aerosole bei der Inhalation. Die Verfahren setzen von außen an und zielen darauf ab, Gewebe, Kreislauf oder Nervensystem über diesen Reiz anzusprechen. Welche Maßnahme im Einzelfall in Frage kommt, ergibt sich aus der ärztlichen Verordnung und dem therapeutischen Befund.

Rechtlicher Rahmen

Der Begriff steht im Berufsrecht. § 3 MPhG beschreibt das Ausbildungsziel für Masseurinnen, Masseure und medizinische Bademeister als Anwendung geeigneter Verfahren der physikalischen Therapie in Prävention, kurativer Medizin, Rehabilitation und Kurwesen. Für die Physiotherapie nennt die Stundentafel in Anlage 1 der PhysTh-APrV drei eigene Fächer aus diesem Bereich: Massagetherapie, Elektro-, Licht- und Strahlentherapie sowie Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie. In der gesetzlichen Krankenversicherung führt die Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses mehrere dieser Verfahren als Maßnahmen der Physiotherapie, einige davon als ergänzende Heilmittel neben einer vorrangigen Maßnahme (Stand September 2026).

Verfahrensgruppen im Überblick

GruppeReizBeispiele
Massagetherapiemechanischklassische Massage, Bindegewebsmassage
Elektrotherapieelektrischnieder-, mittel- und hochfrequente Ströme, Ultraschall
ThermotherapieWärme, KälteWärmepackungen, Heißluft, Kälteanwendungen
Hydro- und BalneotherapieWasser, BäderGüsse, Wickel, medizinische Bäder
Licht und InhalationStrahlung, AerosolLicht- und Strahlenanwendungen, Inhalation

Bedeutung für Ausbildung und Praxis

In der Ausbildung lernen Schülerinnen und Schüler die physikalischen Grundlagen, die Techniken und die Kontraindikationen der Verfahren. Die Stundentafel sieht dafür etwa Einführungen in die Elektrodiagnostik, die Anwendung verschiedener Stromformen und die Grundlagen der Thermotherapie vor. Geprüft wird das im praktischen Teil der staatlichen Prüfung: Nach § 14 PhysTh-APrV bildet die Fächergruppe aus Massagetherapie, Elektrotherapie und Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie einen eigenen Prüfungsblock, in dem je Fach mindestens eine Behandlungstechnik am Probanden ausgeführt und erklärt wird.

Im Berufsalltag begegnen die Verfahren oft als Ergänzung zur Bewegungstherapie. Vertiefende Einträge gibt es zur klassischen Massagetherapie, zur Elektrotherapie, zur Thermotherapie und zur Hydrotherapie.

Abgrenzung

Physikalische Therapie ist nicht dasselbe wie Physiotherapie. Physiotherapie ist der umfassendere Begriff und schließt Krankengymnastik, Bewegungstherapie und Befunderhebung ein; die physikalischen Verfahren sind ein Teil davon. Ebenfalls zu unterscheiden ist das ärztliche Fachgebiet der Physikalischen und Rehabilitativen Medizin, in dem Ärztinnen und Ärzte diese Verfahren verordnen und steuern. Der Beruf Masseur und medizinischer Bademeister ist stärker auf physikalische Verfahren ausgerichtet als die Physiotherapie, deren Ausbildung den Schwerpunkt auf Bewegung und Behandlungstechniken legt.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026

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