Morbus Parkinson, auch Parkinson-Krankheit oder idiopathisches Parkinson-Syndrom, ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Dabei gehen Dopamin bildende Nervenzellen in der schwarzen Substanz des Mittelhirns (Substantia nigra) zugrunde, und die Steuerung von Bewegungen über die Basalganglien gerät aus dem Gleichgewicht. Kennzeichnend sind vier motorische Leitsymptome: Bewegungsverlangsamung (Bradykinese), Muskelsteifigkeit (Rigor), Zittern in Ruhe (Ruhetremor) und eine gestörte Haltungsstabilität. Hinzu kommen nicht-motorische Beschwerden wie Riech- und Schlafstörungen, Verstopfung oder depressive Verstimmungen.
Einordnung im Heilmittelkatalog
Der Heilmittelkatalog führt Morbus Parkinson als Beispiel der Diagnosegruppe ZN. Als Leitsymptomatik kommen dort Störungen der Willkürbewegung, der posturalen Kontrolle und des Muskeltonus in Betracht. Verordnet werden vorrangig Krankengymnastik, auch in der Gruppe oder im Bewegungsbad, und KG-ZNS (Heilmittel-Richtlinie des G-BA, Stand September 2026). Die Leistung beruht auf § 32 SGB V. Fachliche Orientierung gibt zudem die Leitlinie der neurologischen Fachgesellschaft zur Parkinson-Krankheit im Register der AWMF.
Schwerpunkte der Physiotherapie
Die Physiotherapie richtet sich bei Parkinson auf Bewegungsabläufe, die im Alltag Schwierigkeiten bereiten. Typische Themen sind ein kleinschrittiges, schlurfendes Gangbild, plötzliche Blockaden beim Gehen (Freezing), Wendebewegungen, Transfers wie das Aufstehen aus dem Stuhl sowie die aufrechte Haltung. Übungen mit großen Bewegungsausmaßen und äußere Hinweisreize wie Takt, Musik oder Bodenmarkierungen sollen die Bewegungsausführung unterstützen. Weil die Haltungsstabilität betroffen ist, gehören Gangschule und Sturzprophylaxe zum Kern. Die Behandlung wird häufig auf die Wirkphasen der Medikamente abgestimmt, die im Tagesverlauf schwanken können.
Bedeutung für die Ausbildung
Anlage 1 der PhysTh-APrV verortet neurologische Krankheitsbilder in der Speziellen Krankheitslehre, in der methodischen Anwendung der Physiotherapie und in der praktischen Ausbildung in der Neurologie; wegen des typischen Erkrankungsalters berührt Parkinson auch die Geriatrie. Auszubildende lernen, Rigor von Spastik zu unterscheiden, Gang und Gleichgewicht mit standardisierten Tests zu erfassen und Übungsprogramme so zu gestalten, dass sie im häuslichen Umfeld fortgeführt werden können. Die Zusammenarbeit mit Logopädie bei Sprech- und Schluckstörungen und mit Ergotherapie bei Alltagsverrichtungen gehört dazu.
Abgrenzung
Vom idiopathischen Parkinson-Syndrom zu unterscheiden sind atypische Parkinson-Syndrome und sekundäre Formen, etwa durch Medikamente ausgelöst. Der Ruhetremor bei Parkinson unterscheidet sich vom essenziellen Tremor, der vor allem beim Halten und bei Bewegungen auftritt.