Glossar Physiotherapie: Fachbegriffe von A bis Z
166 Begriffe
Vom Masseur- und Physiotherapeutengesetz über die Heilmittelverordnung bis zu Manueller Therapie und Lymphdrainage: Dieses Glossar erklärt die Begriffe, die in Ausbildung, Studium und Berufsalltag der Physiotherapie vorkommen. Jeder Eintrag nennt die Definition, den rechtlichen oder fachlichen Rahmen und die Bedeutung für die Praxis.
A
- Agonist und Antagonist Agonist heißt der Muskel, der eine bestimmte Bewegung ausführt, Antagonist sein Gegenspieler für die entgegengesetzte Bewegung. Das Begriffspaar ist Grundwissen für Bewegungsanalyse, Muskelfunktionstest und …
- Akademisierung der Physiotherapie Entwicklung, bei der die Qualifikation für die Physiotherapie ganz oder teilweise an Hochschulen verlagert wird, und die berufspolitische Debatte darüber, ob die Ausbildung künftig …
- Anamnese Die Anamnese ist die strukturierte Befragung einer Person zu aktuellen Beschwerden, Vorgeschichte, Lebensumständen und Zielen. In der Physiotherapie steht sie am Anfang der Befunderhebung …
- Anatomie Anatomie ist die Lehre vom Bau des menschlichen Körpers. In der Physiotherapieausbildung ist sie ein eigenes Fach nach der PhysTh-APrV und Grundlage für Palpation, …
- Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ist das Verwaltungsverfahren, in dem eine Landesbehörde prüft, ob eine im Ausland erworbene Physiotherapieausbildung der deutschen gleichwertig ist. Grundlage sind …
- Anpassungslehrgang Ausgleichsmaßnahme für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit ausländischem Abschluss: Ein begleiteter Lehrgang von höchstens drei Jahren gleicht behördlich festgestellte wesentliche Unterschiede zur deutschen Ausbildung aus.
- Arbeitsfelder in der Physiotherapie Arbeitsfelder in der Physiotherapie sind die Einsatzorte des Berufs: ambulante Praxis, Krankenhaus, Rehabilitation, Sport, Prävention, Pädiatrie, Geriatrie sowie Lehre und Forschung, jeweils mit eigenem …
- Arthrose Arthrose ist eine chronische, degenerative Gelenkerkrankung mit fortschreitendem Abbau des Gelenkknorpels und Veränderungen an Knochen, Kapsel und Muskulatur. Im Heilmittelkatalog gehört sie zur Diagnosegruppe …
- Assessment Ein Assessment ist ein standardisiertes Test- oder Messverfahren, mit dem Therapeutinnen und Therapeuten Funktionen, Aktivitäten oder Teilhabe einer Person erfassen und Veränderungen im Behandlungsverlauf …
- Atemtherapie Atemtherapie umfasst physiotherapeutische Techniken rund um Atmung, Atemmuskulatur und Sekretmanagement. Die Heilmittel-Richtlinie ordnet sie der Allgemeinen Krankengymnastik zu, im Heilmittelkatalog als KG-Atemtherapie.
- Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten (PhysTh-APrV) Die PhysTh-APrV ist die Bundesverordnung, die Stundenumfang, Fächer und staatliche Prüfung der Physiotherapieausbildung festlegt. Sie beruht auf dem Masseur- und Physiotherapeutengesetz und regelt auch …
- Ausbildungsdauer Die Ausbildungsdauer in der Physiotherapie beträgt nach § 9 MPhG drei Jahre. Das Gesetz lässt Anrechnungen von Fehlzeiten sowie Verkürzungen für bestimmte Vorqualifikationen zu; …
- Ausbildungsvergütung Die Ausbildungsvergütung ist ein Entgelt, das Auszubildende während der Physiotherapieausbildung vom Träger erhalten können. Das Berufsgesetz sieht dafür keinen Anspruch vor; gezahlt wird sie …
- Ausbildungsvertrag Der Ausbildungsvertrag regelt in der Physiotherapie das Verhältnis zwischen Auszubildenden und Schule oder deren Träger. Weil das Berufsgesetz keine Vertragsvorschriften enthält, ergeben sich Rechte …
B
- Bachelor of Science Physiotherapie (B. Sc.) Akademischer Grad, den Hochschulen nach einem Studium der Physiotherapie verleihen. Er ist für sich genommen keine Berufszulassung; zum Führen der Berufsbezeichnung ist die Erlaubnis …
- Bandscheibenvorfall Beim Bandscheibenvorfall tritt Gewebe aus dem Gallertkern einer Bandscheibe durch einen Riss im Faserring aus und kann Nervenwurzeln oder Rückenmark bedrängen. Im Heilmittelkatalog gehört …
- Beckenbodentraining Beckenbodentraining umfasst Übungsprogramme zur Wahrnehmung, Anspannung und Entspannung der Beckenbodenmuskulatur. Es wird unter anderem bei Harn- und Stuhlinkontinenz, nach Operationen im kleinen Becken und …
- Berufsbegleitendes Studium Bachelorstudium, das Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten nach abgeschlossener Ausbildung neben der Berufstätigkeit absolvieren. Die Berufszulassung liegt bereits vor; das Studium ergänzt sie um einen akademischen …
- Berufsbild Physiotherapeut Das Berufsbild Physiotherapeut beschreibt Aufgaben, Arbeitsweise und rechtliche Stellung von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten: Befund, Behandlung nach ärztlicher Verordnung, Anleitung und Dokumentation in einem durch …
- Berufsfachschule für Physiotherapie Eine Berufsfachschule für Physiotherapie ist eine staatlich anerkannte Schule, an der die dreijährige fachschulische Ausbildung nach dem Masseur- und Physiotherapeutengesetz stattfindet und mit der …
- Berufsgenossenschaftliche Heilbehandlung Berufsgenossenschaftliche Heilbehandlung ist die Behandlung nach einem Arbeitsunfall, Wegeunfall oder bei einer Berufskrankheit zulasten der gesetzlichen Unfallversicherung. Physiotherapie wird dabei auf ärztliche Verordnung nach …
- Berufshaftpflichtversicherung Die Berufshaftpflichtversicherung übernimmt Schadenersatzansprüche Dritter, die aus der beruflichen Tätigkeit entstehen, etwa nach einem Behandlungsfehler. In der Physiotherapie betrifft sie Selbstständige, Angestellte und Auszubildende …
- Bewegungsapparat Der Bewegungsapparat umfasst alle Strukturen, die den Körper stützen und bewegen. Unterschieden wird der passive Anteil aus Knochen, Gelenken und Bändern vom aktiven Anteil …
- Bewegungsausmaß (Range of Motion, ROM) Das Bewegungsausmaß, englisch Range of Motion (ROM), ist der Bewegungsumfang eines Gelenks in einer bestimmten Richtung. Die Physiotherapie unterscheidet aktives und passives Bewegungsausmaß und …
- Bindegewebsmassage (BGM) Die Bindegewebsmassage ist eine Reflexzonentechnik am Unterhautbindegewebe. Mit Zuggriffen der Fingerkuppen werden Bindegewebszonen behandelt, die segmental Körperregionen und inneren Organen zugeordnet sind.
- Biomechanik Biomechanik wendet die Gesetze der Mechanik auf den menschlichen Körper an. Sie beschreibt, wie Kräfte, Hebel und Drehmomente auf Knochen, Gelenke und Muskeln wirken …
- Blankoverordnung Die Blankoverordnung ist eine Heilmittelverordnung, bei der die Ärztin oder der Arzt Diagnose und Indikation festlegt, während Therapeutinnen und Therapeuten Auswahl, Dauer und Frequenz …
- Bobath-Konzept Das Bobath-Konzept ist ein neurologisches Behandlungskonzept für Kinder und Erwachsene mit Störungen von Haltung, Tonus und Bewegung nach einer Schädigung des zentralen Nervensystems. Es …
C
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD, ist eine langfristig verlaufende Erkrankung von Atemwegen und Lunge, bei der eine nicht vollständig rückbildungsfähige Verengung der Atemwege …
- Chronischer Schmerz Chronischer Schmerz ist Schmerz, der über die übliche Heilungszeit hinaus anhält oder immer wiederkehrt und seine Warnfunktion weitgehend verloren hat; körperliche, psychische und soziale …
- Clinical Reasoning Clinical Reasoning ist der Denk- und Entscheidungsprozess, in dem Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten Befunddaten deuten, Hypothesen prüfen und daraus Behandlung und Verlaufskontrolle ableiten.
- Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist ein Sammelbegriff für Funktionsstörungen im Zusammenspiel von Kiefergelenken, Kaumuskulatur und Zahnkontakten, die mit Schmerzen oder eingeschränkter Unterkieferbewegung einhergehen können.
D
- Dermatom und Myotom Ein Dermatom ist das Hautareal, das sensibel von einem Rückenmarkssegment versorgt wird; ein Myotom ist die Muskulatur, die motorisch von einem Segment versorgt wird. …
- Diagnosegruppe Eine Diagnosegruppe ist ein Schlüssel im Heilmittelkatalog, der Erkrankungen mit vergleichbarem Behandlungsbedarf zusammenfasst, etwa WS für Wirbelsäulenerkrankungen oder LY für Lymphabflussstörungen. Sie muss auf …
- Direktzugang Zugang zur Physiotherapie ohne vorherige ärztliche Verordnung. In der gesetzlichen Krankenversicherung ist er in Deutschland nicht vorgesehen; eine eigenständige Behandlung ohne Verordnung setzt eine …
- Dokumentation Dokumentation ist die schriftliche oder elektronische Aufzeichnung von Anamnese, Befund, Therapiezielen, Maßnahmen und Verlauf einer Behandlung. Sie dient der Therapiesteuerung, der Verständigung im Team …
- Dry Needling Dry Needling ist eine invasive Technik, bei der dünne Vollnadeln ohne Wirkstoff in Muskelgewebe gestochen werden, meist in myofasziale Triggerpunkte. Es ist kein Heilmittel …
- Duales Studium Physiotherapie Studienmodell, das die Ausbildung an einer Berufsfachschule für Physiotherapie mit einem parallel laufenden Bachelorstudium an einer kooperierenden Hochschule verbindet. Die Berufszulassung entsteht über die …
E
- Elektrotherapie Elektrotherapie ist die Anwendung elektrischer Ströme am Körper zu therapeutischen Zwecken. In der Physiotherapie ist sie ein ergänzendes Heilmittel nach der Heilmittel-Richtlinie und fester …
- Endoprothese (Hüft- und Knie-TEP) Eine Endoprothese ist ein künstlicher Gelenkersatz, der dauerhaft im Körper verbleibt. Als Totalendoprothese (TEP) ersetzt sie beide Gelenkpartner, vor allem an Hüfte oder Knie.
- Ergonomie Ergonomie ist die Lehre von der Anpassung der Arbeit, der Arbeitsmittel und der Umgebung an den Menschen. In der Physiotherapie umfasst sie die Beratung …
- Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung Die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung ist der behördliche Bescheid, ohne den sich niemand Physiotherapeutin oder Physiotherapeut nennen darf. Sie wird nach § 2 …
- Erweiterte Ambulante Physiotherapie (EAP) Die Erweiterte Ambulante Physiotherapie ist eine Komplextherapie der gesetzlichen Unfallversicherung, die Physiotherapie, Physikalische Therapie und Medizinische Trainingstherapie verbindet. Sie wird bei schweren Verletzungsfolgen in …
- Evidenzbasierte Praxis (EBP) Evidenzbasierte Praxis verbindet die verfügbare wissenschaftliche Evidenz mit der klinischen Erfahrung der Fachkraft und den Werten und Wünschen der behandelten Person zu einer begründeten …
F
- Fachliche Leitung Die fachliche Leitung ist die Physiotherapeutin oder der Physiotherapeut, der eine zugelassene Praxis fachlich verantwortet. An ihre Qualifikation knüpfen die Krankenkassen die GKV-Zulassung nach …
- Fortbildungspflicht Die Fortbildungspflicht verlangt von zugelassenen Physiotherapiepraxen, dass sich die fachliche Leitung regelmäßig fortbildet und dies mit Fortbildungspunkten nachweist. Grundlage ist der bundesweite Vertrag nach …
- Fraktur Eine Fraktur ist die vollständige oder unvollständige Unterbrechung eines Knochens, meist durch äußere Gewalt, seltener als Ermüdungsbruch nach wiederholter Überlastung oder bei krankhaft geschwächtem …
- Frozen Shoulder (Schultersteife) Frozen Shoulder, deutsch Schultersteife, ist eine entzündliche Veränderung der Schultergelenkkapsel mit Verdickung und Schrumpfung, die mit Schmerzen und einer ausgeprägten Bewegungseinschränkung der Schulter einhergeht.
- Funktionelle Bewegungslehre (FBL) Die Funktionelle Bewegungslehre (FBL) ist ein Konzept zur Beobachtung, Analyse und Behandlung menschlicher Bewegung. Sie beschreibt Haltung und Bewegung mit festen Beobachtungskriterien und leitet …
G
- Ganganalyse Ganganalyse ist die systematische Untersuchung des Gehens. Sie beschreibt Gangphasen, Gangparameter und Abweichungen vom physiologischen Gangbild, entweder durch Beobachtung oder mit technischen Messsystemen.
- Gangschule Gangschule ist das angeleitete Üben des Gehens mit und ohne Gehhilfen. Sie zielt darauf ab, ein sicheres und belastungsgerechtes Gehen im Alltag zu unterstützen, …
- Gehalt Physiotherapeut Das Gehalt als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut hängt von Arbeitgeber und Tarifbindung, Region, Berufserfahrung, Funktion und Zusatzqualifikationen ab. Aktuelle Werte liefern Tariftabellen und die Entgeltstatistik …
- GKV-Zulassung Die GKV-Zulassung berechtigt eine Physiotherapiepraxis, Heilmittel an gesetzlich Versicherte abzugeben und mit den Krankenkassen abzurechnen. Grundlage sind § 124 SGB V und der bundesweite …
- Gleichwertigkeitsprüfung Die Gleichwertigkeitsprüfung ist der behördliche Aktenvergleich im Anerkennungsverfahren: Geprüft wird, ob eine ausländische Physiotherapieausbildung wesentliche Unterschiede zur Ausbildung nach MPhG und PhysTh-APrV aufweist. Das …
- Goniometer Ein Goniometer ist ein Winkelmesser, mit dem Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten das Bewegungsausmaß von Gelenken in Grad bestimmen. Die Werte werden im deutschsprachigen Raum in …
H
- Haltungsschwäche Haltungsschwäche ist eine funktionelle Haltungsstörung: Die aktive Aufrichtung gelingt, die Haltemuskulatur kann die aufrechte Haltung aber nicht über längere Zeit bewahren. Die Wirbelsäule ist …
- Harninkontinenz Harninkontinenz ist der unwillkürliche Verlust von Urin. Fachlich werden vor allem Belastungs-, Drang- und Mischinkontinenz unterschieden, dazu Formen bei neurologischen Erkrankungen und bei gestörter …
- Heilmittel Heilmittel sind ärztlich verordnete, persönlich erbrachte medizinische Dienstleistungen wie Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie. Gesetzlich Versicherte haben nach § 32 SGB V Anspruch darauf, soweit …
- Heilmittel-Richtlinie (HeilM-RL) Die Heilmittel-Richtlinie ist das verbindliche Regelwerk des Gemeinsamen Bundesausschusses für die Verordnung von Heilmitteln in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie enthält den Heilmittelkatalog und die …
- Heilmittelerbringer Heilmittelerbringer sind Praxen und Einrichtungen, die nach § 124 SGB V zugelassen sind, Heilmittel an gesetzlich Versicherte abzugeben, etwa in Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Podologie …
- Heilmittelkatalog Der Heilmittelkatalog ist der Zweite Teil der Heilmittel-Richtlinie. Er ordnet Diagnosegruppen und Leitsymptomatik die verordnungsfähigen Heilmittel zu und nennt je Gruppe orientierende Behandlungsmenge, Höchstmenge …
- Heilmittelverordnung Die Heilmittelverordnung ist das ärztliche Rezept, auf dessen Grundlage gesetzlich Versicherte Physiotherapie oder andere Heilmittel erhalten. Form, Pflichtangaben und Fristen legt die Heilmittel-Richtlinie des …
- Heilpraktikergesetz (HeilprG) Bundesgesetz, das die Ausübung der Heilkunde durch Personen ohne ärztliche Bestallung unter Erlaubnisvorbehalt stellt und definiert, was als Heilkunde gilt. Für die Physiotherapie ist …
- Hydrotherapie Hydrotherapie ist die therapeutische Anwendung von Wasser, etwa in Bädern, Güssen, Wickeln oder bei Übungen im Bewegungsbad. Als Heilmittel verordnungsfähig sind nur die Formen, …
I
- IFK – Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten Der IFK ist ein Berufsverband mit Sitz in Bochum, der vor allem selbstständige Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit eigener Praxis vertritt. Das Kürzel stammt vom …
- Impingement-Syndrom Das Impingement-Syndrom der Schulter ist ein Engpass unter dem Schulterdach, bei dem Sehnen der Rotatorenmanschette oder der Schleimbeutel bei bestimmten Armbewegungen eingeengt werden und …
- Indikation und Kontraindikation Eine Indikation ist der fachlich begründete Anlass für eine Maßnahme, eine Kontraindikation ein Umstand, der gegen ihre Anwendung spricht. In der Physiotherapie bestimmen beide …
- Infantile Zerebralparese Die infantile Zerebralparese ist eine bleibende Störung von Haltung und Bewegung, die auf eine Schädigung des sich entwickelnden Gehirns vor, während oder kurz nach …
- Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit (ICF) Die ICF ist eine Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation, die Gesundheit über Körperfunktionen und -strukturen, Aktivitäten, Teilhabe sowie Umwelt- und personbezogene Faktoren beschreibt. In der Physiotherapie …
K
- Kenntnisprüfung Staatliche Prüfung für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit Abschluss aus einem Drittstaat. Sie weist in einem mündlichen und einem praktischen Teil nach, dass die für …
- Kinesio-Taping Kinesio-Taping ist das Aufkleben elastischer, selbstklebender Baumwollbänder auf die Haut. Das Tape soll Bewegung zulassen und wird begleitend zur Physiotherapie eingesetzt; ein Heilmittel der …
- Klassische Massagetherapie (KMT) Klassische Massagetherapie ist die Behandlung von Haut, Unterhaut und Muskulatur mit den Grundgriffen Streichung, Knetung, Friktion, Klopfung und Vibration. Sie ist ein Heilmittel der …
- Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie ist ein Behandlungskonzept bei Lymphödemen. Sie verbindet Manuelle Lymphdrainage, Kompression, entstauende Bewegungsübungen, Hautpflege und Schulung zum Selbstmanagement in zwei Phasen.
- Krankengymnastik (KG) Krankengymnastik ist die aktive Bewegungstherapie unter den physiotherapeutischen Heilmitteln. Sie arbeitet mit Übungen und Techniken zu Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Haltung und wird meist …
- Krankengymnastik am Gerät (KGG) Krankengymnastik am Gerät ist eine Heilmittelposition für Training an Seilzug- und Sequenztrainingsgeräten nach den Grundsätzen der Trainingslehre. Sie setzt eine anerkannte Fortbildung voraus und …
- Krankengymnastik zur Behandlung zentraler Bewegungsstörungen (KG-ZNS) KG-ZNS ist die Heilmittelposition für Krankengymnastik bei Bewegungsstörungen mit Ursache in Gehirn oder Rückenmark. Behandelt wird nach Bobath, Vojta oder PNF; abrechenbar ist sie …
- Kreuzbandriss Ein Kreuzbandriss ist eine teilweise oder vollständige Ruptur eines der beiden Kreuzbänder im Kniegelenk, meist des vorderen Kreuzbands, und entsteht typischerweise bei Dreh- oder …
- Kreuzschmerz (unspezifischer Rückenschmerz) Kreuzschmerz bezeichnet Schmerzen zwischen Rippenbogen und Gesäßfalte, teils mit Ausstrahlung in die Beine. Unspezifisch heißt er, wenn sich keine eindeutige körperliche Ursache wie Fraktur, …
- Kryotherapie (Kältetherapie) Kryotherapie bezeichnet den gezielten Wärmeentzug am Körper, etwa durch Kaltpackungen, Kaltgas, Kaltluft oder Eis. In der Physiotherapie ist die Kältetherapie ein ergänzendes Heilmittel nach …
L
- Langfristiger Heilmittelbedarf Langfristiger Heilmittelbedarf liegt vor, wenn gesetzlich Versicherte wegen schwerer und dauerhafter Schädigungen über lange Zeit Heilmittel benötigen. Grundlage sind § 32 SGB V und …
- Lipödem Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung des Unterhautfettgewebes mit symmetrischer, schmerzhafter Fettvermehrung an Beinen und teils Armen, die fast ausschließlich Frauen betrifft. Im Heilmittelkatalog …
- Lymphödem Ein Lymphödem ist eine Schwellung durch eiweißreiche Flüssigkeit im Gewebe, die entsteht, weil das Lymphgefäßsystem die anfallende Lymphe nicht ausreichend abtransportiert.
M
- Maitland-Konzept Das Maitland-Konzept ist ein Konzept der Manuellen Therapie, das auf den australischen Physiotherapeuten Geoffrey D. Maitland zurückgeht. Es verbindet einen systematischen Bewegungsbefund mit passiven …
- Manuelle Lymphdrainage (MLD) Manuelle Lymphdrainage ist eine Grifftechnik mit langsamen, rhythmischen Griffen bei geringem Druck, die den Abfluss von Gewebsflüssigkeit anregen soll. Sie ist ein Heilmittel und …
- Manuelle Therapie (MT) Manuelle Therapie ist ein Verfahren zur Untersuchung und Behandlung von Funktionsstörungen an Gelenken, Muskeln und Nerven mit impulslosen Mobilisationen, Weichteiltechniken und Dehnungen. Als Kassenleistung …
- Masseur und medizinischer Bademeister Masseur und medizinischer Bademeister ist ein eigener Gesundheitsfachberuf nach dem MPhG mit zweijährigem Lehrgang und anschließender praktischer Tätigkeit. Schwerpunkt sind Massage und Verfahren der …
- Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG) Das Masseur- und Physiotherapeutengesetz ist das Berufsgesetz für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie für Masseure und medizinische Bademeister. Es schützt die Berufsbezeichnungen und regelt Erlaubnis, …
- Master Physiotherapie (M. Sc.) Der Master of Science in der Physiotherapie ist ein weiterer berufsqualifizierender Hochschulabschluss nach dem Bachelor. Er vertieft Fachgebiete oder Forschung, ist aber keine Berufszulassung; …
- McKenzie-Methode (MDT) Die McKenzie-Methode, fachlich Mechanische Diagnose und Therapie (MDT), ist ein Untersuchungs- und Behandlungskonzept für Beschwerden an Wirbelsäule und Extremitäten. Sie ordnet Befunde anhand wiederholter …
- Medizinische Trainingstherapie (MTT) Medizinische Trainingstherapie ist ein nach trainingswissenschaftlichen Regeln aufgebautes Übungsprogramm an Geräten, mit Kleingeräten und mit dem eigenen Körpergewicht. Sie ist Lehrinhalt der Ausbildung, aber …
- Mobilisation Mobilisation umfasst passive oder assistive Bewegungstechniken an Gelenken und Weichteilen innerhalb des vorhandenen Bewegungsspielraums. Sie zielt darauf ab, die Beweglichkeit zu unterstützen, und wird …
- Modellklausel Befristete Erprobungsregel in § 9 Absatz 2 bis 4 MPhG, nach der Länder die Physiotherapieausbildung an Hochschulen durchführen lassen konnten. Sie ist nach § …
- Morbus Bechterew (axiale Spondyloarthritis) Morbus Bechterew ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule und der Kreuz-Darmbein-Gelenke aus der Gruppe der axialen Spondyloarthritiden. Typisch sind entzündlicher Rückenschmerz und eine im …
- Morbus Parkinson Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung mit Verlust Dopamin bildender Nervenzellen. Leitsymptome sind Bewegungsverlangsamung, Rigor, Ruhetremor und gestörte Haltungsstabilität; im Heilmittelkatalog gehört sie …
- Mukoviszidose Mukoviszidose ist eine angeborene, autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, bei der zähe Sekrete vor allem Lunge und Verdauungsorgane belasten. Atemphysiotherapie gehört zur lebenslangen Versorgung und ist …
- Multiple Sklerose (MS) Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der Markscheiden in Gehirn und Rückenmark geschädigt werden. Im Heilmittelkatalog gehört sie zur Diagnosegruppe …
- Mündliche Prüfung Die mündliche Prüfung ist der Teil der staatlichen Prüfung, in dem Prüflinge nach § 13 PhysTh-APrV in Anatomie, Physiologie und spezieller Krankheitslehre befragt werden, …
- Muskelfunktionstest (MFT) Der Muskelfunktionstest (MFT) ist eine manuelle Untersuchung, mit der Therapeutinnen und Therapeuten die Kraft einzelner Muskeln oder Muskelgruppen prüfen und in Kraftgrade einstufen.
- Muskelkontraktionsformen Muskelkontraktionsformen beschreiben, wie ein Muskel Spannung entwickelt: haltend ohne äußere Längenänderung (isometrisch), sich verkürzend (konzentrisch) oder bremsend unter Verlängerung (exzentrisch).
- Muskeltonus Muskeltonus ist die Grundspannung eines Muskels in Ruhe, die als Widerstand gegen passive Bewegung und als Konsistenz beim Tasten erfassbar ist. Erhöhte Spannung heißt …
- Muskuläre Dysbalance Muskuläre Dysbalance bezeichnet ein Ungleichgewicht in Kraft, Länge oder Ansteuerung zwischen Muskelgruppen, die an einem Gelenk oder in einer Bewegungskette zusammenarbeiten, etwa zwischen Beugern …
N
- Nervensystem Das Nervensystem nimmt Reize auf, verarbeitet sie und steuert Muskeln und Organe. Unterschieden werden das zentrale Nervensystem aus Gehirn und Rückenmark und das periphere …
- Neutral-Null-Methode Die Neutral-Null-Methode ist ein standardisiertes Verfahren, um Gelenkbewegungen von einer festgelegten Nullstellung aus zu messen und einheitlich zu notieren. Sie macht Befunde über Personen …
O
- Orientierende Behandlungsmenge Die orientierende Behandlungsmenge ist ein Richtwert im Heilmittelkatalog. Sie nennt je Diagnosegruppe die Zahl an Behandlungseinheiten, mit der das Therapieziel innerhalb eines Verordnungsfalls in …
- Osteopathie Osteopathie ist ein manuelles Behandlungskonzept, das den Körper als funktionelle Einheit betrachtet. In Deutschland ist sie Stand September 2026 kein bundesrechtlich geregelter Beruf; Physiotherapeutinnen …
- Osteoporose Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts mit verminderter Knochenmasse und gestörter Knochenstruktur, durch die Knochen leichter brechen, teils schon bei geringer Krafteinwirkung oder alltäglichen …
P
- Patientenrechtegesetz Das Patientenrechtegesetz hat 2013 den Behandlungsvertrag in die §§ 630a bis 630h BGB aufgenommen. Es regelt Information, Einwilligung, Aufklärung, Dokumentation und Akteneinsicht und gilt …
- Physikalische Therapie Physikalische Therapie ist der Sammelbegriff für Behandlungsverfahren, die mit physikalischen Reizen arbeiten: Massage, Elektro-, Licht-, Wärme- und Kälteanwendungen, Wasser und Bäder sowie Inhalation. Sie …
- Physio Deutschland (ZVK) Physio Deutschland ist der Auftrittsname des Deutschen Verbands für Physiotherapie e. V., eines bundesweiten Berufsverbands der Physiotherapie. Das Kürzel ZVK geht auf den früheren …
- Physiologie Physiologie ist die Lehre von den Lebensvorgängen und Funktionen des Körpers, von der Zelle bis zum Zusammenspiel der Organsysteme. In der Physiotherapieausbildung ist sie …
- Physiotherapeutische Befunderhebung Die physiotherapeutische Befunderhebung ist die strukturierte Untersuchung vor und während einer Behandlung. Sie reicht von der Anamnese über Inspektion und Palpation bis zu Funktionstests …
- Physiotherapie Physiotherapie ist ein Gesundheitsfachberuf und zugleich ein Heilmittel der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie arbeitet mit Bewegung, manuellen Techniken und physikalischen Reizen mit dem Ziel, Bewegungs- …
- Praktische Ausbildung (Praktikum) Die praktische Ausbildung ist der Teil der Physiotherapieausbildung, der am Patienten in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen stattfindet. Die PhysTh-APrV schreibt dafür mindestens 1.600 …
- Praktische Prüfung Die praktische Prüfung ist der Teil der staatlichen Prüfung, in dem Prüflinge nach § 14 PhysTh-APrV Behandlungstechniken am Probanden zeigen und an Patientinnen und …
- Prävention Prävention umfasst Maßnahmen, die dem Entstehen oder Fortschreiten von Erkrankungen vorbeugen sollen. In der Physiotherapie geht es vor allem um Kurse nach § 20 …
- Praxisanleitung Praxisanleitung meint die fachliche Begleitung von Auszubildenden während der praktischen Ausbildung am Patienten. Anders als in der Pflege schreiben MPhG und PhysTh-APrV für die …
- Primärqualifizierendes Studium Hochschulstudium der Physiotherapie, das Bachelorabschluss und staatliche Prüfung in einem Weg verbindet. Eine gesonderte Ausbildung an einer Berufsfachschule entfällt; Grundlage ist heute eine Landesregelung …
- Privatpatienten Privatpatienten sind Menschen, deren Physiotherapie nicht über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet wird. Sie erhalten eine Rechnung der Praxis und lassen sich die Kosten je …
- Propriozeption Propriozeption ist die Wahrnehmung von Stellung, Bewegung und Kraft des eigenen Körpers. Sie beruht auf Rezeptoren in Muskeln, Sehnen und Gelenken und bildet eine …
- Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF) Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation, kurz PNF, ist ein Behandlungskonzept mit diagonal-spiraligen Bewegungsmustern. Über Reize aus Muskeln, Sehnen und Gelenken soll das Zusammenspiel von Nerv und …
Q
- Querschnittlähmung Querschnittlähmung ist die Folge einer Schädigung des Rückenmarks. Unterhalb der geschädigten Höhe sind Bewegung, Empfindung und vegetative Funktionen ganz oder teilweise gestört; je nach …
R
- Rahmenvertrag Physiotherapie Der Rahmenvertrag Physiotherapie ist der bundesweit einheitliche Vertrag nach § 125 SGB V zwischen dem GKV-Spitzenverband und den maßgeblichen Verbänden der Heilmittelerbringer. Er regelt …
- Red Flags Red Flags sind Warnhinweise in Anamnese und Befund, die auf eine ernsthafte, möglicherweise dringend behandlungsbedürftige Ursache von Beschwerden deuten können. Sie verlangen eine ärztliche …
- Reform der Physiotherapieausbildung Geplante Neuordnung des Berufsrechts der Physiotherapie, die Masseur- und Physiotherapeutengesetz und PhysTh-APrV ablösen oder grundlegend überarbeiten soll. Stand September 2026 gelten beide Regelwerke weiter; …
- Rehabilitation Rehabilitation umfasst Leistungen, die Menschen mit Krankheit, nach einem Unfall oder mit Behinderung die Teilhabe an Alltag, Beruf und Gesellschaft ermöglichen sollen. Physiotherapie ist …
- Rehabilitationssport und Funktionstraining Rehabilitationssport und Funktionstraining sind ärztlich verordnete Bewegungsangebote in festen Gruppen, die Rehabilitationsträger als ergänzende Leistungen nach § 64 SGB IX übernehmen. Funktionstraining leiten vor …
- Rheumatoide Arthritis Rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung der Gelenkinnenhaut, die typischerweise mehrere kleine Gelenke beidseitig betrifft. Im Verlauf können Knorpel, Knochen und Sehnen geschädigt werden.
- Rückenschule Rückenschule ist ein Gruppenprogramm, das Bewegung, Wissen über Belastung und Erholung, Entspannung und den Transfer in den Alltag verbindet. Als zertifizierter Präventionskurs nach § …
S
- Schlaganfall (Apoplex) Ein Schlaganfall ist eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung oder Blutung im Gehirn mit neurologischen Ausfällen wie Halbseitenlähmung. Im Heilmittelkatalog gehört er zur Diagnosegruppe ZN; Physiotherapie …
- Schmerzphysiologie Schmerzphysiologie beschreibt, wie Gewebereize über Nozizeptoren und Nervenbahnen verarbeitet werden und wie im Nervensystem das Schmerzerleben entsteht, verstärkt oder gehemmt wird.
- Schmerzskala (NRS, VAS) Schmerzskalen sind einfache Messinstrumente, mit denen Menschen die Stärke ihres Schmerzes selbst einschätzen. In der Physiotherapie sind die Numerische Rating-Skala (NRS) und die Visuelle …
- Schriftliche Prüfung Die schriftliche Prüfung ist einer von drei Teilen der staatlichen Prüfung in der Physiotherapieausbildung. Nach § 12 PhysTh-APrV schreiben Prüflinge vier Aufsichtsarbeiten zu festgelegten …
- Schroth-Therapie Die Schroth-Therapie ist ein physiotherapeutisches Übungskonzept für Menschen mit Skoliose. Sie verbindet dreidimensionale Haltungskorrektur, gelenkte Atmung und Muskelspannung und zielt auf eine aktive Aufrichtung …
- Schüler-BAföG Schüler-BAföG ist die staatliche Ausbildungsförderung nach dem BAföG für Schülerinnen und Schüler, unter anderem an Berufsfachschulen. Für die Physiotherapieausbildung kommt sie nach § 2 …
- Schulgeld Schulgeld ist das Entgelt, das Schulen in freier Trägerschaft für die Physiotherapieausbildung verlangen können. Ob es anfällt, hängt vom Schulträger, von der Finanzierung der …
- Schulgeldfreiheit Schulgeldfreiheit bedeutet, dass Auszubildende in der Physiotherapie kein Schulgeld zahlen. Sie ergibt sich aus öffentlicher Trägerschaft, aus der Finanzierung über Krankenhäuser oder aus Landesprogrammen, …
- Schweigepflicht Die Schweigepflicht verpflichtet Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Geheimnisse von Patientinnen und Patienten nicht unbefugt weiterzugeben. Strafrechtliche Grundlage ist § 203 StGB; sie gilt auch für …
- Sektoraler Heilpraktiker Physiotherapie Auf das Gebiet der Physiotherapie beschränkte Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde nach dem Heilpraktikergesetz. Sie gestattet Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten die eigenverantwortliche Behandlung ohne ärztliche …
- Selbstständigkeit in der Physiotherapie Selbstständigkeit in der Physiotherapie bedeutet, eine eigene Praxis zu führen oder freiberuflich auf eigene Rechnung zu behandeln. Für die Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen ist …
- Sensomotorisches Training Sensomotorisches Training ist eine Übungsform, die das Zusammenspiel von Sinneswahrnehmung und Bewegungssteuerung beansprucht, etwa auf instabilen Unterlagen oder mit Störreizen. Es zielt darauf ab, …
- Skoliose Skoliose ist eine dreidimensionale Verformung der Wirbelsäule mit seitlicher Abweichung und Verdrehung der Wirbelkörper. Im Heilmittelkatalog gehört sie zur Diagnosegruppe WS; konzeptgebundene Verfahren wie …
- Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) Das Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) regelt die gesetzliche Krankenversicherung. Für die Physiotherapie enthält es den Anspruch auf Heilmittel, die Zulassung der Praxen, die …
- Spastik Spastik ist eine geschwindigkeitsabhängige Erhöhung des Muskeltonus nach Schädigungen von Gehirn oder Rückenmark. Sie zeigt sich als Widerstand gegen passive Dehnung, der mit dem …
- Sportphysiotherapie Sportphysiotherapie ist eine Spezialisierung, die Befund, Behandlung und Trainingssteuerung auf die Anforderungen von Sport und Sportverletzungen ausrichtet. Sie wird als Weiterbildung oder im Studium …
- Sprunggelenksdistorsion Eine Sprunggelenksdistorsion ist eine Verstauchung des Sprunggelenks durch Umknicken, meist über den äußeren Fußrand, mit Dehnung oder Riss von Bändern des Außenbandapparats. Sie zählt …
- Staatliche Prüfung Die staatliche Prüfung ist die Abschlussprüfung der Physiotherapieausbildung. Sie besteht nach § 2 PhysTh-APrV aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil und …
- Sturzprophylaxe Sturzprophylaxe fasst Maßnahmen zusammen, die das Sturzrisiko einschätzen und verringern sollen. Physiotherapeutisch stehen Gleichgewichts-, Kraft- und Gangtraining im Mittelpunkt, ergänzt um Hinweise zu Umgebung, …
T
- Therapiebericht Der Therapiebericht ist ein schriftlicher Bericht der Physiotherapie über den Verlauf einer Behandlungsserie an die verordnende Ärztin oder den verordnenden Arzt. Nach der Heilmittel-Richtlinie …
- Therapieziel Ein Therapieziel beschreibt den angestrebten Zustand, den Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten gemeinsam mit der behandelten Person aus dem Befund ableiten. Es steuert Maßnahmenwahl, Dosierung und …
- Thermotherapie Thermotherapie ist der Oberbegriff für therapeutische Wärme- und Kälteanwendungen. Die Heilmittel-Richtlinie regelt sie in § 24 als ergänzendes Heilmittel, das in der Regel neben …
- Trainingslehre Trainingslehre ist die Lehre von der planmäßigen Steuerung körperlicher Belastung. Sie beschreibt Belastungsnormative, Anpassungsprozesse und Prinzipien, nach denen Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination trainiert …
- Traktion (Extensionsbehandlung) Traktion ist eine Behandlung mit gezieltem Zug an Wirbelsäule oder Gelenken, von Hand oder mit Gerät. Als apparative Traktionsbehandlung ist sie ein ergänzendes Heilmittel …
- Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) gibt niederfrequente Stromimpulse über Hautelektroden an das Gewebe ab. Sie zählt zu den Reizstromverfahren und wird mit dem Ziel …
- Triggerpunkttherapie Triggerpunkttherapie ist ein Sammelbegriff für Verfahren, mit denen myofasziale Triggerpunkte untersucht und behandelt werden. Gemeint sind tastbare, druckempfindliche Stellen in verspannten Muskelsträngen, die übertragene …
U
- Ultraschalltherapie Ultraschalltherapie überträgt hochfrequente Schallwellen über einen Schallkopf und ein Koppelmedium in das Gewebe. Die Heilmittel-Richtlinie führt sie als Wärmetherapie mittels Ultraschall, gelehrt wird sie …
- Umschulung zum Physiotherapeuten Umschulung zum Physiotherapeuten bezeichnet die Physiotherapieausbildung als zweite Berufsausbildung für Menschen mit Berufserfahrung. Rechtlich ist es dieselbe Ausbildung nach MPhG; unterschiedlich sind Finanzierung und …
V
- Verkürzte Ausbildung Die verkürzte Ausbildung ist ein gesetzlich geregelter kürzerer Weg zur Physiotherapie, vor allem für Masseurinnen und Masseure und medizinische Bademeister. § 12 MPhG regelt …
- Vojta-Therapie Die Vojta-Therapie ist ein neurophysiologisches Behandlungsverfahren auf Grundlage der Reflexlokomotion. Über Druckreize an festgelegten Zonen in definierten Ausgangsstellungen sollen angeborene Bewegungsmuster angesprochen werden.
- VPT – Verband für Physiotherapie Der VPT ist ein bundesweiter Berufsverband mit Bundesgeschäftsstelle in Hamburg, der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie Masseurinnen, Masseure und medizinische Bademeister vertritt. Heute führt er …
W
- Weiterbildung in der Physiotherapie Weiterbildung in der Physiotherapie umfasst strukturierte Lehrgänge und Studiengänge nach dem Examen, die zu einer Zusatzqualifikation führen. Ein Teil davon berechtigt zur Abrechnung von …
- Wirbelsäule Die Wirbelsäule ist die gegliederte Achse des Rumpfes aus Wirbeln, Bandscheiben, Wirbelgelenken und Bändern. Sie trägt den Rumpf, umschließt das Rückenmark und erlaubt Bewegung …
- Wundheilungsphasen Wundheilungsphasen gliedern die Reparatur verletzten Gewebes in Entzündung, Proliferation und Umbau. In der Physiotherapie dienen sie als Orientierung, wie viel Belastung ein heilendes Gewebe …
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- Yellow Flags Yellow Flags sind psychosoziale Risikofaktoren, die mit einem erhöhten Risiko für einen langwierigen oder chronischen Schmerzverlauf in Verbindung gebracht werden, etwa Angst-Vermeidungs-Verhalten, Katastrophisieren oder …
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- Zertifikatsposition Eine Zertifikatsposition ist ein Heilmittel, das Praxen nur abrechnen dürfen, wenn die behandelnde Fachkraft eine anerkannte Weiterbildung nachweist. Dazu zählen etwa Manuelle Therapie, Manuelle …
- Zugangsvoraussetzungen Zugangsvoraussetzungen sind die Bedingungen, die für den Beginn der Physiotherapieausbildung erfüllt sein müssen. § 10 MPhG verlangt die gesundheitliche Eignung und einen mittleren Schulabschluss …
- Zuzahlung (Rezeptgebühr) Die Zuzahlung ist der gesetzliche Eigenanteil, den volljährige gesetzlich Versicherte zu verordneten Heilmitteln leisten. Die Praxis zieht ihn ein und verrechnet ihn mit der …